760_0900_100894_Ausstellung_Gruen_Raphaelkirche_26.jpg
Präsentieren ihre Arbeiten: Hartmut Häcker, Mechthild Pater und Manfred Bauer (von links).  Foto: Meyer 
760_0900_100895_Ausstellung_Gruen_Raphaelkirche_15.jpg
In ihren Gemälden arbeitet Mechthild Pater mit Wald-Motiven.  Foto: Meyer 

Künstler tauchen in der Pforzheimer Raphael-Kirche ein ins Frühlingsgrün

Pforzheim. Üppige Natur, Wachstum und Lebendigkeit: Die neue Ausstellung, die an diesem Sonntag um 11.45 Uhr in der Raphael-Kirche an der Turnstraße 5 eröffnet, weckt viele Assoziationen. Selbst ungegenständlich gedachte Arbeiten lassen sich häufig pflanzlich oder landschaftlich deuten. Anknüpfend an die Farbe Grün, aber auch an ein Gedicht der Lyrikerin Rose Ausländer, haben 21 Künstlerinnen und Künstler ihre Gemälde, Zeichnungen und Objekte für die Ausstellung geschaffen, oder aus ihrem Fundus zugeordnet.

Ausstellung Grün Raphaelkirche 26
Bildergalerie

Ausstellung Grün in der Raphaelkirche

Es gibt Landschaftsbilder im weitesten Sinn, aber auch reine Farbstudien zu sehen. Viele Werke sind humorvoll und spielen mit dem Thema, bisweilen hart an der Grenze zum Kitsch. „Ein mittleres Grün empfinden die meisten Menschen als harmonisch und wohltuend“, sagt Kuratorin Monika Ziemer, die 37 Jahre lang an Pforzheimer Schulen Kunst unterrichtet hat. Spannung entstehe durch Abkühlung in Richtung Blau. Giftgrün, mit starker Tendenz zum kalten Gelb, könne stechend aggressiv wirken. Viele Werke arbeiten mit dem grün-roten Komplementärkontrast. Durch die grauen Sichtbetonwände in der architektonisch spannenden Kirche der anthroposophisch orientierten Christengemeinschaft bekommen manche Bilder eine rötliche Aura.

Der Autodidakt Manfred Bauer zeigt ein rotes Brett, auf dem er über 820 Schrauben angebracht hat: in regelmäßigem Abstand, aber unterschiedlichen Höhen. Die entstandene, von den Nagelbildern Günther Ueckers angeregte Struktur erinnert an eine raue Blumenwiese. Der Wiernsheimer Künstler Hartmut Häcker hat sich vor ein paar Jahren von Zen-Gedichten inspirieren lassen. Er steuert zwei Gemälde bei, Acryl auf Leinwand: eines rot dominiert, das andere vorwiegend grün.

Mechthild Pater lebt in Niefern. Die Bilder der Kunsttherapeutin heißen „Im Wald“ und „Unterm Schattenbaum“, sie sind eigens für die Ausstellung entstanden. „Es ist ein Genuss, ins Grün einzutauchen“, schwärmt sie. Mit zwei Kreuzen hinterfragt Viktoria Müller die Anbetung des Geldes und der Macht. Und in Sarah Heins Mini-Installation „Durch die Blume“ wartet ein Frosch darauf, wachgeküsst zu werden.