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Andreas Sarow vor dem „Coronaschädeldöserchen“ von Döser.Uno.  Foto: Frommer 

Legale Graffiti in der Stadt? Bürgerverein und Malerinnung fordern Richtigstellung

Pforzheim. Ist das Kunst – oder muss das weg? An der großen, eindrucksvollen Graffitoarbeit von Döser.Uno im Enzauenpark entzünden sich wieder einmal die Gemüter. Während Initiator Andreas Sarow ein Umdenken bei der Akzeptanz von Street Art einfordert, melden sich jetzt die Gegner zu Wort.

Sollte es in Pforzheim legale Flächen für Graffiti geben?
60%
30%
10%

Der CDU-Stadtrat fordert, wie berichtet, eine klare Abgrenzung zwischen illegalen Schmierereien und der Kunstform der Urban art und regt an, das in Pforzheim vielfach tätige Anti-Graffiti-Mobil in „Anti-Schmierereien-Mobil“ umzubenennen.

Und auch Mitglieder des Jugendgemeinderats pflichten ihm bei: „Wir wollen Kunst im öffentlichen Raum fördern und finden legale Graffiti-Wände daher eine gute Idee“, erklärt der Präsidiumsvorsitzende Paul Jenisch. Das Gremium hatte sich die Schaffung legaler Sprühflächen 2019 zunächst selbst als Ziel für die eigene Amtszeit gesetzt – das Vorhaben nach einem Gespräch mit dem Anti-Graffiti-Mobil aber wieder verworfen.

Pforzheim

Jugendgemeinderat Pforzheim spricht sich für legale Graffiti aus

„Mit Schrecken“, äußert sich nun der Nordstadtbürgerverein, „haben wir daher den Artikel gelesen, in dem Herr Sarows Meinung bezüglich des Anti-Graffiti-Mobils zitiert wurde“. Vorsitzende Heike Kuppinger betont in ihrem Schreiben: „Bezüglich der Einrichtung von Freiflächen für Graffiti sehen wir jedoch, bekanntermaßen, auch weiterhin äußerst kritisch.“

In anderen Städten sei zu beobachten, dass nach Freigeben legaler Graffiti-Flächen auch die Anzahl des illegalen Graffitis steige. Der Bürgerverein und die Malerinnung „möchten eine Richtigstellung in der Presse, ob Oberbürgermeister Boch und die CDU dies tatsächlich wollen.“

Sandra Pfäfflin

Sandra Pfäfflin

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