nach oben
18.07.2016

Lesung von Bernd Leix in Büchenbronn

Pforzheim-Büchenbronn. Ein gutes Dutzend. Mehr Zuhörer kommen nicht zur Lesung von Bernd Leix. Der nimmt es mit Humor: „Ich sehe gerne direkt das Weiße in den Augen meiner Zuhörer“, sagt er und grinst. Seine gute Laune lässt sich der Krimi-Autor aus Alpirsbach nicht verderben. „Wer jetzt noch raus will, der wird fixiert“, meint er und hält ein Paar silberner Handschellen in die Höhe. Das Publikum im Büchenbronner Gemeindehaus lacht – und findet den Mann mit dem dichten, schwarzen Bart und den funkelnden Augen spontan sympathisch.

Bernd Leix hat eine tiefe Stimme, der man einfach gerne zuhört. Seit 1987 arbeitet er als Förster, zunächst in Karlsruhe, dann in Alpirsbach. „Die Natur begleitet mich immer, auch in meinen Krimis“, sagt er. Elf Jahre ist es mittlerweile her, dass er sein erstes Buch geschrieben hat.

In Büchenbronn liest er aus „Schwarzwald-Hölle“, dem neuesten Fall des Karlsruher Kriminalhauptkommissars Oskar Lindt. Als Kulisse dient ihm dafür einmal mehr der Schwarzwald, der bei Leix düster und gefährlich erscheint. Es geht um eine menschliche Tragödie zwischen einem Vater und seinem Sohn, die sich immer weiter zuspitzt. Der Sohn, ein fleißiger Forstwirt, kümmert sich um seinen invaliden Vater, der durch einen Motorradunfall zum Frührentner wurde. Immer wieder gerät das ungleiche Duo aneinander, immer öfter kommt es zum lautstarken Streit und zu handfesten Auseinandersetzungen – bis die Gewalt eskaliert.

Weite Teile des Romans sind aus der Sicht des Sohnes erzählt, lassen den Leser geschickt in dessen Gedankenwelt eintauchen und erzeugen so eine raffinierte Spannung, die sich bis zum Schluss hält. Da erscheint es verschmerzbar, dass der eigentliche Held – der Kommissar Oskar Lindt – fast schon zur Nebenfigur degradiert wird.

Wenn Leix aus seinem Buch liest, hängt das Publikum an seinen Lippen. Zwischendurch macht er Scherze und erzählt fast schon vergnügt von seiner Zeit als Förster im Karlsruher Hardtwald, als die Prostituierten direkt am Forsthaus vorbeiliefen, eine junge Frau brutal ermordet wurde und satanische Messen im Gebüsch stattfanden. Ob das wohl der Grund ist, warum seine ersten Bücher allesamt in Karlsruhe und Umgebung spielten? Sein neuestes Werk jedenfalls ist in Oppenau angesiedelt. In „Schwarz-Marie“ dreht sich alles um einen grausigen Leichenfund neben dem Buchkopf-Turm. Es ist der erste Fall für das neue Ermittlerduo Marie Schwarz und Gottfried Wald. Mit „Schwarz-Marie“ will Leix neue Personen erfinden und andere Fälle konstruieren. Aber keine Panik: „Mit Kommissar Lindt geht es trotzdem weiter“, verspricht er.