nach oben
Michael Triegel vor seinem offiziellen Porträt von Benedikt XVI. Foto: dpa
Michael Triegel vor seinem offiziellen Porträt von Benedikt XVI. Foto: dpa
25.08.2017

Maler und Papst-Sekretär im Zwist über offizielles Benedikt-Portait

Köln. Der Sekretär des früheren Papstes Benedikt XVI. (geboren 1927), Georg Gänswein, wollte den Leipziger Maler Michael Triegel dazu bringen, sein 2009/2010 im Auftrag des Bistums Regensburg geschaffenes Papst-Porträt umzuarbeiten.

Wie Triegel dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ sagte, schrieb Gänswein dem Maler, es sei ihm nicht gelungen, „die jugendliche Frische Seiner Heiligkeit“ zu treffen. Gänsweins Ansinnen „habe ich natürlich abgelehnt“, betonte der 48-Jährige.

Konkret habe sich der Sekretär und enge Vertraute des früheren Papstes unter anderem daran gestoßen, dass der Mund des Papstes offen und leicht schief stehe. Zudem seien Teile der liturgischen Kleidung „unangemessen verrutscht“. 2013 malte Triegel für die deutsche Vatikan-Botschaft in Rom ein zweites Benedikt-Porträt, das dem ersten stark ähnelt, aber in einigen Punkten vergleichsweise abgemildert wirkt.

„Ich höre sehr gern darauf, was sich ein Auftraggeber wünscht. Was ich davon umsetze, muss ich natürlich vor mir selbst verantworten“, so Triegel. Generell aber sind gerade kirchliche Auftraggeber nach seiner Beobachtung „oft besonders defensiv im Umgang mit namhaften Künstlern, um diese nur ja nicht zu verprellen und sich dann stattdessen mit Werken minderer Qualität zufriedengeben zu müssen“. Diese Gefahr bestehe, räumte Triegel ein. „Nicht umsonst schwingt im Begriff ‚Kirchenkunst‘ heute sofort die Abwertung mit. Kirchenkunst ist leider oft nur Kirchenkitsch,“ sagte Michael Triegel.