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Mit dem Duo Marshall & Alexander geht die Saison der Volksschauspiele Ötigheim dem Ende entgegen. Foto: Talmon
27.07.2018

Marshall und Alexander eröffnen diesjährigen Klostersommer in Hirsau

Calw-Hirsau. Mit italienischen Songs hat alles angefangen, mit überwiegend italienischen Songs feiern Marc Marshall und Jay Alexander ihr 20-jähriges musikalisches Miteinander – das am Donnerstagabend vor der beeindruckenden Kulisse der Klosteranlage in Hirsau stattgefunden hat.

Sportlich leger geht es zu, beide Sänger kommen in Sneakers auf die Bühne – ein ungewohntes Bild für all diejenigen, die das Duo von den Auftritten auf der Freilichtbühne in Ötigheim in Anzug und Lackschuhen kennen. Gewohnt wie eh und je jedoch ist die Stimmengewalt von Bariton Marc Marshall und Tenor Jay Alexander, die allein mit ihrem Gesang und der Begleitung ihres langjährigen Pianisten René Krömer die Klosteranlage erfüllen.

Bildergalerie: Marshall & Alexander eröffnen Klostersommer

Harmonierende Stimmen

Lieder wie „Passione“, „Vivo per lei“ oder „Gente di Mare“ zeigen, wie wunderbar die beiden Stimmen zusammen passen, wie gut der rauchige Bariton von Marshall und der hohe Tenor von Alexander harmonieren. Jeder für sich ein Stimmerlebnis, sind sie gemeinsam einzigartig.

Die Liebe zur italienischen Sprache habe sie zusammengebracht, sagt Marc Marshall. Und natürlich auch der Wein, die Autos und die Frauen. In Erinnerung an Enrico Caruso lassen sie sein berühmtes „O sole mio“ in einer Aufnahme von 1906 einspielen und schmettern dann selbst wie der berühmte Tenor — was das Publikum mit spontanem Applaus belohnt. Ansonsten aber will der Funke nicht so recht überspringen. „Mandami via“, „Accanto“ und „Ti amo“ vom Album „La stella“ reißen die Zuhörer nicht von den Stühlen, und auch bei bekannten Songs wie „Santa Lucia“ oder „La stella più grande“ bleiben sie merkwürdig unbeteiligt, ebenso wie bei der bombastischen Interpretation von „She“ – einem der wenigen englisch gesungenen Lieder. Selbst die ins Programm eingeflochtenen Anekdoten, mit denen sich Marshall und Alexander gegenseitig auf den Arm nehmen, wirken zu routiniert und haben wenig Unterhaltungswert.

Erst gegen Ende des Konzerts, als das Duo mit Gassenhauern wie „Azzuro“ oder „Marina“ aufwartet, lässt sich das Publikum nur kurz bitten und geht dann in gewohnter Manier mit. Singend und klatschend schallen 1500 Stimmen durch die Hirsauer Sommernacht.

Und dann laufen auch Marshall und Alexander zur Höchstform auf, zeigen endlich wirklich, was mit ihren Stimmen möglich ist und nehmen mit lustigen Tanzeinlagen, kleinen Gesten und spontanen Sprüchen das Publikum für sich ein. Die Botschaft des Abends, die sie zu Beginn des Konzerts ausgerufen haben, scheint angekommen: „Marshall und Alexander wird es weiter geben.“