nach oben
Huch, wer hat denn do e Buch gschriebe? De Dieter wars. Foto: Ketterl
Huch, wer hat denn do e Buch gschriebe? De Dieter wars. Foto: Ketterl
06.09.2018

Meischter der Mundart: Dieter Huthmacher veröffentlicht Texte zum Nachlesen und Nachlachen

Pforzheim. So ganz genau weiß er das selber nicht. „Aber das Dutzend an Büchern dürfte inzwischen voll sein“, schätzt Dieter Huthmacher. Nun ist sein neues Werk erschienen: „Hätt i bloß mei Gosch ghalte“, ein 184 Seiten langes Taschenbuch voll witziger Kurztexte und Aphorismen, die die Anhänger des Tausendsassas von seinen Auftritten der vergangenen Jahre kennen dürften.

Darunter sind viele Dialoge – mit sich und anderen. „Es kamen immer mehr Anfragen, ob man das auch lesen könnte“, erklärt der 71-Jährige den Anlass des Buches, das der Info Verlag mit Sitz in Bretten veröffentlicht hat.

Die Themen sind so vielfältig wie das Leben: Ladenöffnungszeiten, Konditoreibesuche, Schuhkauf, Beamte, Fasching, Feuerwerk, Friseurbesuch und Abfallberatung. Zum Nachlesen und Nachlachen. Um Fußball dreht sich’s auch. „Das sind Texte, die während der Europameisterschaft morgens auf SWR4 als Gutsele ausgestrahlt wurden“, sagt Huthmacher. Die Sendung sei leider eingestellt worden.

Natürlich steht die Mundart im Mittelpunkt. „Mein Problem: Die Sprache liegt irgendwo zwischen Schwäbisch und Badisch“, sagt der Mann, der lange in Bad Liebenzell gelebt hat, nun aber in Pforzheim wohnt. „Da kommt das Badische immer mehr durch.“ Da sagt der eine „Woisch“, der andere „Weisch“ – ein echter Dialekt-Kenner weiß das. Huthmacher versucht, beide zu würdigen. „Auf meinen Konzerten sage ich immer: Es ist Hochschwäbisch“, scherzt der Künstler.

Als solchen sieht der sympathische „Blondschopf“ sich in erster Linie. Die bildende Kunst sei der Ursprung seiner Tätigkeit. Er unterrichtet bis heute als Zeichenlehrer und veröffentlicht seine Stricheleien wöchentlich in der „Pforzheimer Zeitung“. Um auf Themen zu kommen, studiere er sie intensiv. „Aus der Perspektive des Lesers ziehe ich meine Schlüsse und versuche, sie zu karikieren. Von den Hintergründen will ich nichts wissen“, sagt Huthmacher.

16 Schwarz-Weiß-Karikaturen finden sich auch in seinem neuen Buch. Zudem ist der kreative Kopf auch als Liedermacher unterwegs, Ende September soll eine neue CD („Vogelmund“) erscheinen, die er mit dem Straubenhardter Gitarristen Matthias Hautsch „und ein paar anderen Menschen“ aufgenommen hat.

Mit dem Buch sind auch Lesungen geplant, am Sonntag, 25. November, von 11.30 Uhr an auch in einer Matinee der Löblichen Singergesellschaft im PZ-Forum.

Dieter Huthmacher: „Hätt i bloß mei Gosch ghalte“, 184 Seiten, Info Verlag, 12,80 Euro