Tamas Detrich wird ab 2018 das Stuttgarter Ballett leiten. Im Moment ist er noch der Stellvertreter von Ballett-Intendant Reid Anderson. Weißbrod
Kultur
Mit Traditionsbewusstsein: Detrich neuer Ballett-Intendant in Stuttgart
  • Roland Böhm

Stuttgart. Wer will, dass beim renommierten Stuttgarter Ballett vieles so bleibt, wie es ist, der musste auf der Suche nach einem neuen Intendanten irgendwann auch auf Tamas Detrich kommen. Der smarte Amerikaner mit ungarischen Wurzeln steht dafür, dass die weltweit bekannte Kompanie auch weiter in der Tradition der Ballett-Legende John Cranko (1927 – 1973) stehen wird. Er ist seit sechs Jahren Stellvertreter des 2018 scheidenden Intendanten Reid Anderson, gilt als engster Vertrauter des Kanadiers.

Ein Publikumsliebling

In New York geboren, startet Detrich dort auch seinen Ballettunterricht. Den Abschluss macht er jedoch 1977 schon an der John-Cranko-Schule in Stuttgart und stößt zur Kompanie. Drei Jahre später wird er Solist, wenig später Erster Solist, prägt die Kompanie – und avanciert rasch zum Publikumsliebling. In 25 Jahren tanzt er alle Hauptrollen der Cranko-Ballette. Choreographen wie Jirí Kylián, oder Marcia Haydée kreieren Rollen für Detrich.

2001 dann der erste Schritt runter von der Bühne: Er wird Ballettmeister, mit Crankos „Onegin“ verabschiedet er sich wenig später vom Stuttgarter Publikum. Intendant Anderson ernennt ihn 2004 zum stellvertretenden künstlerischen Leiter und 2009 dann zu seinem Stellvertreter. Detrich ist verheiratet mit der einstigen Ersten Solistin Marion Jäger und Vater von Zwillingen.