An Kontrasten und kräftigem Kolorit mangelt es nicht – in der vierten Ausstellung des Pforzheimer Kulturrats, Sektion Bildende Kunst, im Rahmen der Reihe „Sendeplätze“. 39 Gemälde und Zeichnungen von Harald Preißler, Tina Tabell und Wolfgang Nöldner sind im Foyer der Stadtbibliothek zu sehen. Mit einem Künstlergespräch durch Sektionssprecherin Sybille Burrer wurde die Ausstellung eröffnet.
Und da fallen bei Harald Preißler (65) zum Beispiel die geradlinigen und geometrischen Formen auf, andererseits aber auch das Schwungvolle, Leichte. Bei der Pastellzeichnung mit Acryl „Froufrou Perle und Goldstück“ hat sich der Pforzheimer Künstler mit dem Rascheln und Schwingen von Röcken auseinandergesetzt. Bei dem Werk „Rubin mit Silberstreifen“ dominiert der Schwarz-gelb-Kontrast. Schön dabei die feinen Linien entlang der Rechtecke, die an Saiten einer Geige erinnern.
Der Gegensatz von Geradlinigkeit und Dynamik prägt auch das Werk von Tina Tabell (35), das sich an Elementen des Jugendstils orientiert. Im Mittelpunkt ihrer Acrylmalereien steht oft eine Frau mit wallendem Haar, mal in grellem Rot bei „Der Wald“ in Widerspruch zu den statisch hängenden Blättergirlanden, mal in sattem Gelb bei „Irgendwann vielleicht“. „Ich verbinde gerne Morbides mit Lieblichem“, sagt die Künstlerin aus Eutingen, Teddybären mit Totenschädeln zum Beispiel.
Abstrakte Anklänge kennzeichnen die Kunst von Wolfgang Nöldner (76) aus Grunbach – in verschiedene Techniken vom Hochdruck über Öl und Tempera bis zu Tusche und Kohle. Wie gespachtelt wirkt die Arbeit „Stadt am Berg“, bei der skizzenhaft Menschen, Schlösser und Sterne erkennbar sind, wie eine Art Stillleben die großformatige Malerei „Verlust“ mit zwei angedeuteten Musikern und einem Gläserpaar.

