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Gebündelte musikalische Kraft: Christopher Brose (links), Femke Soetenga sowie Chris Murray. Foto: Roller
Gebündelte musikalische Kraft: Christopher Brose (links), Femke Soetenga sowie Chris Murray. Foto: Roller
Christopher Brose und Femke Soetenga im Duett. Foto: Roller
Christopher Brose und Femke Soetenga im Duett. Foto: Roller
29.01.2018

Modern inszenierte Musical-Klassiker von Chris Murray und Kollegen kommen an

Pforzheim. Kräftig auf den Boden zu stampfen, hin und her zu springen, zu singen, zu tanzen und zu pfeifen, dürfte im Pforzheimer Stadttheater normalerweise eher ungern gesehen sein. Aber wenn Chris Murray, Frank Nimsgern, Femke Soetenga und Christopher Brose auf der Bühne stehen, dann ist es sogar ausdrücklich erwünscht.

Als die vier am Freitagabend ihren Streifzug durch die modernen Musicals unternehmen, ist das Publikum von Anfang an mittendrin statt nur dabei. Mit viel guter Laune und ihren starken Stimmen geben sie im Großen Saal alles – zwei Stunden und 23 Titel lang. Und da ist das kleine Geburtstagsständchen für Femke Soetenga noch gar nicht eingerechnet.

Das „Happy Birthday“ schmettern die Sänger übrigens nicht allein, sondern zusammen mit ihrem stehenden Publikum. Kein Wunder, dass Soetenga nach derart liebevoll vorgetragenen Glückwünschen das rockige „Queen Superstar“ aus dem Musical „Snow-White“ mit ihrer kraftvollen Stimme ganz locker aus dem an ihrem schwarzen Kleid nicht vorhandenen Ärmel schüttelt.

Aus der Ruhe scheint die Sängerin nichts bringen zu können. Und schon gar nicht ein knisterndes Mikrofon. Auch ihr Kollege Chris Murray hat die Ruhe weg. Wenn er gerade nicht mit seinem scheinbar endlosen Atem die Töne gefühlt minutenlang hält, dann plaudert er mit dem Publikum – oder mit Frank Nimsgern, der die Sänger wahlweise am Klavier oder an der Gitarre begleitet. Er hat auch das Programm konzipiert und die Songs arrangiert.

Zu hören gibt es an diesem Abend die ganze Bandbreite: Schmissige Popsongs, harte Rocknummern und gefühlvolle Balladen. Die „Rocky Horror Show“ ist genauso vertreten wie „We Will Rock You“, „Wicked“, „Element“, „Der Ring“ oder der „Tanz der Vampire“. Alles eingängige Melodien, die einem sofort ins Ohr und dann nicht einfach mehr aus dem Kopf gehen.

Tosender Beifall

Von einer dreiköpfigen Live-Band begleitet, bringen die Sänger die Nummern zum Vortrag – mal ganz allein, mal im harmonischen Duett und mal als Trio. Chris Murray unterstützt seinen Gesang mit ausdrucksstarken Gesten. Unter seinem schwarzen Jacket trägt er mal ein rot, mal ein golden glitzerndes Hemd. Knallrote High Heels trägt hingegen Christopher Brose, und zwar die mit den besonders hohen Absätzen. Ob ihm Heidi Klum für seine Tanzeinlagen bei „Sweet Transvestite“ wohl ein Foto gegeben hätte? Schwer zu sagen. Sicher ist nur: Er kann sich mit den Dingern erstaunlich gut über die Bühne bewegen.

Überhaupt hat das Publikum seinen Spaß mit den vier gut gelaunten Musikern, die nicht nur am Ende tosenden Beifall erhalten. Bei der Zugabe, dem „Time Warp“ aus der „Rocky Horror Show“, ist noch mal Mitmachen angesagt.