Pforzheim. Trompete und Orgel sind ein musikalisch strahlendes Klangpaar, das nicht nur in der Kirchenmusik mit großer Tradition aufwartet. So erfreuten beim Konzert der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft in der Pforzheimer Altstadtkirche der junge Trompeter Lászio Kunkil und der Organist Antal Váradi mit der leuchtenden Farbenvielfalt ihrer Instrumente die Zuhörer.
Das unter dem Motto „Musikalische Spätlese“ stehende vielgestaltige Programm präsentierte sowohl Kompositionen oft gespielter barocker Meister als auch Raritäten und Werke bei uns kaum bekannter ungarischer Künstler. Festlich eröffnete metallisch gleißender Bläser-Jubel mit Jeremiah Clarkes „Trumpet tune“ das Konzert. Auch in Georg Philipp Telemanns „Konzertsonate für Trom-pete und Orgel“ demonstrierten die Interpreten die hohe Kunst ihres einfühlsamen Duo-Spiels mit virtuosem Laufwerk im dritten Satz.
Im „Andante für Trompete und Orgel“ des schwedischen Komponisten Oskar Lindberg war eine melancholisch stimmungsvolle, über weit geschwungene Legatobögengetragene Trompeten-Melodie zu hören. Die Trompetenfassung des populären ungarischen „Esti dal“ (Abendliedes) von Zoltán Kodály gefiel mit ihrer sanglich aufblühenden, von der Orgel untermalten Bläserstimme. Und in Georg Friedrich Händels „Gloria in excelsis Deo“ mischten sich die instrumentalen Farben zu einem Triumph barocker Klangpracht.
Antal Váradi stellte sich zudem als exzellenter Orgelvirtuose vor. Seine Interpretationen von Ludwig Schmidthauers „Variationen über ein ungarisches Volkslied“ boten einen faszinierenden Reichtum an Registerfarben und rhythmischen Facetten. Mit ungewohnt farbintensiver impressionistischer Musik konfrontierte Sigfrid Karg-Elerts Orgelstück „Harmonies du soir“ die andächtigen Zuhörer. Und die Wiedergabe einer Orgelbearbeitung von Antonio Vivaldis „Herbst“ (aus den „Vierjahreszeiten“) war an Virtuosität kaum zu überbieten. So erlebte das Publikum ein Konzert mit zahlreichen herbstlich gestimmten Glücksmomenten.

