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Ulrich Höfker ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Foto: Ulla Höfker 

Nach schwerer Lungenkrankheit: Remchinger Verleger Ulrich Höfker im Alter von 75 Jahren gestorben

Remchingen-Wilferdingen. Der Remchinger Buchhändler, Verleger und engagierte Kulturschaffende Ulrich Höfker ist am 23. November im Alter von 75 Jahren in Wilferdingen verstorben.

Nach seiner Geburt am 12. April 1945 in Hirsau wuchs Höfker in Bad Liebenzell auf, wo sein Vater die dortige Missionsbuchhandlung führte. Auch er trat in diese Fußstapfen, arbeitete nach seiner Ausbildung zum Buchhändler für unterschiedliche Verlage und gründete schließlich seinen eigenen Maulwurf Verlag samt gleichnamigem Kleinkunstverein in Backnang.

Die ersten Veranstaltungen fanden im Fahrradkeller einer Schule statt – trotzdem oder gerade deswegen zählten bekannte Künstler wie die Kabarettistin Maren Kroymann oder die Münchner Lach- und Schießgesellschaft zu seinen Gästen. Dieses Engagement brachte Höfker mit in seine neue Heimat Remchingen, wohin ihn seine Frau Ulla zog.

1993 gründete er dort die Kleinkunstinitiative (KiR) und sorgte mit fast 400 Veranstaltungen in Kulturhalle, Löwensaal und Alter Kirche mit großen Namen wie Dieter Hildebrand, Dietmar Schönherr, Harald Hurst und Tina Häussermann, aber auch mit stets offener Tür für noch unbekannte Künstler, für kulturelle Vielfalt zum guten Zweck.

Auch während seiner langjährigen Arbeit als Jurymitglied des Kleinkunstpreises Baden-Württemberg konnte Höfker viele Künstler fördern und ihnen helfen, in der Szene Fuß zu fassen. Doch nicht nur hinter der Bühne, sondern vor allem auch zwischen den Regalen der Buch- und Musikalienhandlung LiteraDur wird Höfker, der zwei Kinder und vier Enkelkinder hat, vielen noch lange in Erinnerung bleiben. Schließlich war er vom ersten Tag an dabei.

1995 lernte er Barbara Casper beim Neujahrsempfang der Gemeinde kennen, die beiden taten sich zusammen und eröffneten das Geschäft, in dem Höfker mit Leib und Seele und in regem Kontakt zu den Kunden arbeitete. Neben der Kultur schlug sein Herz für die Toskana, wo er mit seiner Frau Ulla ein altes Haus hergerichtet hatte.

Allen voran ihrer treuen Pflege hat er es zu verdanken, dass er trotz einer schweren chronischen Lungenkrankheit, die 2014 mit kleinen Einschränkungen begann und schließlich sein Leben bestimmte, bis zuletzt zu Hause leben konnte.