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Bekanntes Motiv: „Negro-Negro“-Collage von René Dantes.
Bekanntes Motiv: „Negro-Negro“-Collage von René Dantes.
Anina Gröger und Axel Hertenstein (rechts) haben wie alle anderen Künstler des Sammlung von Rainer Bartels Werke im Format 40 mal 40 Zentimeter gestaltet.  Seibel
Anina Gröger und Axel Hertenstein (rechts) haben wie alle anderen Künstler des Sammlung von Rainer Bartels Werke im Format 40 mal 40 Zentimeter gestaltet. Seibel
Blick auf den Basler Messeturm von Constantin Jaxy.
Blick auf den Basler Messeturm von Constantin Jaxy.
Mit Manfred Mohr ist einer der berühmtesten Künstler Pforzheims vertreten.
Mit Manfred Mohr ist einer der berühmtesten Künstler Pforzheims vertreten.
19.08.2016

Neue Ausstellung in der Galerie Brötzinger Art

40 mal 40 mal 40 mal 40 sind die Eckdaten einer außergewöhnlichen Ausstellung, die am Freitag in der Galerie Brötzinger Art eröffnet wird. 40 Bilder, alle 40 mal 40 Zentimeter groß, bilden den Prolog zum 40-jährigen Bestehen der Galerie in der Brunnenstraße. Und 40 Geschichten gibt es obendrein. Denn Rainer Bartels, bekannter Pforzheimer Kunstmäzen, hat die Bilder in den vergangenen 35 Jahren gesammelt – und kennt sie alle: die Künstler, die Galeristen und die manchmal kuriosen Stories, die hinter dem Bildankauf stecken.

Nehmen wir das ethnografische Batikbild von Mesdi aus Ozeanien. Das landete in Bartels Koffer, als er vor fast 30 Jahren geschäftlich unterwegs war und Tongas König Taufa’ahau Tupou IV. kennenlernte. Oder die Zeichnungen des Pforzheimer Grafikers Axel Hertenstein. „Die habe ich schon als Student bewundert“, sagt Bartels. 70 Mark sollte damals ein Holzschnitt kosten. „Völlig unmöglich. Soviel Geld hatte ich nicht“, erinnert sich der 68-Jährige. Doch Axel Hertenstein habe ihm versprochen, die Arbeit für ihn aufzubewahren. „Es hat zehn Jahre gedauert, bis ich sie mir kaufen konnte.“ Und das sogar zum Ursprungspreis.

Mit Hertenstein verbindet Rainer Bartels eine über 40-jährige Freundschaft. Und auch aus den Stipendiaten der Stiftung zum Kleinen Markgräfler Hofs in Basel sind mitunter Freunde geworden. Denn wer in Rainer Bartels wunderbarem historischen Haus unweit des Münsters seiner Kunst nachgeht, der nimmt auch am regen Leben des sich auf sechs Etagen erstreckenden Hauses teil. Und hinterlässt Kunstwerke. Wie Constantin Jaxys und seine dreidimensionale Collage „Basel“, die einen Blick aus dem Atelierfenster auf den neuen Messeturm samt Fachwerk zeigt.

Doch es ist auch die Vielfalt der Techniken, die diese Ausstellung so spannend macht: Klar gibt es Aquarell und Acryl, aber Chinatinte und Mezzo Tinto sind ebenso vertreten wie Pittkreide, Keramik, Harz und Seide. Es gibt Gravuren und Fotografien, Holzschnitte und Collagen, die manchmal einen ganz speziellen Hintergrund haben. Wie die von Ben Wineblum. Der hat 81 schön verpackte Schokotäfelchen im Quadrat angeordnet. Mit deren Aufdruck ruft der Berliner Künstler den osmanischen Gelehrten Tatarî Oguz Effendi in Erinnerung. Dessen Schokoladen-Rezept wurde vom Schweizer Staatsarchiv ausgegraben und die magische Schokolade in Basel nachproduziert.

Wineblum war ebenso Stipendiat im Basler Künstlerhaus, wie Manfred Gipper. Und der durchbricht mit seiner Collage eine goldene Regel des Sammlers: Nur Arbeiten in schwarz-weiß finden in seiner Kollektionen ihren Platz. Bis auf Gippers Arbeit eben, „der hat einen winzigen rosa Punkt hineingeschmuggelt“, verrät Bartels. Mit Eckhard Bausch, René Dantes, Anina Gröger, Manfred Mohr und Heidrun Rummel sind lokale Größen vertreten – die Mehrzahl der Künstler stammt jedoch aus Deutschland und Europa. Doch manche haben ihre Wurzeln ganz nah. Wie der in Ettenheim lebende Heinz Treiber, Gründungsmitglied der Brötzinger Art, der mit seiner Ausstellung ab 2. September den Jubiläumsreigen zum 40. eröffnet.