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Stellen die Preisausschreibung erstmals vor (von links): Rainer Bartels (Sektion Literatur im Kulturrat), Claudia Baumbusch (Kulturamt), Dietrich Wagner (Psychologe und Schriftsteller), Monika Roovers (Stadtbibliothek), Peter Boch (Oberbürgermeister) und Rami Suliman (Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde).  Foto: Meyer 

Neuer Literaturpreis in Gedenken an Lore Perls

Pforzheim. „Die Seele eine Wildnis“ – das ist das Thema des in diesem Jahr erstmals ausgeschriebenen Lore Perls Literaturpreises. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wer hat den Preis ins Leben gerufen?

Vor anderthalb Jahren hat Dietrich Wagner, Psychologe, Schriftsteller und Vorsitzender des Fördervereins des bwlv-Zentrums im Haus der seelischen Gesundheit „Lore Perls“, den Sprecher der Sektion Literatur im Pforzheimer Kulturrat, Rainer Bartels, mit der Idee angesprochen, einen Literaturpreis als lokale oder gar regionale Kulturaufgabe zu initiieren. Es war der Start einer intensiven Zusammenarbeit. Die beiden fanden zahlreiche Unterstützer, darunter die Stadt und die „Pforzheimer Zeitung“.

Die Liste an Literaturpreisen ist hierzulande lang. Was ist das Besondere am Pforzheimer Preis?

Er steht unter dem Leitgedanken: Internationales Erinnern wird Gestalt gegen das Vergessen. Damit geehrt wird die am 15. August 1905 in Pforzheim geborene Lore Perls.

Wer war Lore Perls?

Die maßgebliche Begründerin der Gestalttherapie. Die Jüdin und Psychotherapeutin war eines der Opfer des Nationalsozialismus, die Deutschland verlassen musste. Ihr „unsichtbares Kulturgut ging und geht noch heute um die Welt“, so die Initiatoren. Viele Neuerungen, nicht zuletzt im kreativen Bereich, wurden durch Lore Perls angestoßen und haben ihren Ursprung in Pforzheim, wo sie jedoch lange unbekannt geblieben war. Die Arbeit der Wissenschaftlerin bekannt zu machen, sei eine historische Aufgabe, so die Initiatoren. Perls hat die Verbindung zwischen Literatur und Kunst als Bereicherung im Wirken am Menschen erachtet, sagt Wagner. „Literatur vermag den Einzelnen zu stützen, ihn zu befähigen, neue Wege zu beschreiten und Krisen zu bewältigen.“ Nicht zuletzt erfahre man in literarischen Werken viel über Liebe, Hass, die Dinge des Lebens eben.

Wer darf sich womit bewerben?

Thema der Ausschreibung ist ein Perls-Zitat: „Die Seele eine Wildnis“. Teilnahmeberechtigt sind Autorinnen und Autoren, die bereits durch einen Verlag veröffentlicht wurden, der keine Kostenzuschüsse verlangt. Die bisher unveröffentlichten Kurzgeschichten in deutscher Sprache (maximal 25 Seiten) können bis 15. Mai an den Förderverein des Lore Perls Hauses, Luisenstraße 54-56, 75172 Pforzheim, geschickt werden. Weitere Details im Internet auf www.loreperlspforzheim.de. Eine vierköpfige, unabhängige Jury wählt aus, wer den mit 5000 Euro dotierten Preis bekommt.

Wann wird der Preis verliehen?

Eine öffentliche Festveranstaltung ist am Sonntag, 13. September, im Reuchlinhaus geplant.

Und wie geht’s weiter?

Die Veranstalter wollen den Preis alle zwei Jahre ausschreiben.

Michael Müller

Michael Müller

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