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Jay Alexander singt am Sonntag wieder vor Publikum – auf ungewohnte Weise.  Foto: PZ 
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Das Cover der neuen CD von Jay Alexander. 

Neues Kirchenlieder-Album von Jay Alexander und Konzert im Remchinger Freibad

Pforzheim. Dankbarkeit und Freude, sind die zwei Emotionen, die Jay Alexander mit seiner am Freitag erschienenen CD „Du meine Seele, singe …“ verknüpft: „Es ist ein Geschenk, dass die Aufnahmen noch vor Ausbruch der Corona-Pandemie fertiggestellt werden konnten“, sagt der Tenor. Denn: „Die Musik ist handgemacht, elektronische Klänge sind nicht mein Fall.“ Und das bedeutet: Jay Alexander stand nicht im kleinen Studio, sondern in der großen Peter-und-Paul-Kirche in Reutlingen-Gönningen im Juli vergangenen Jahres.

Zusammen mit rund 50 Musiker, Mitgliedern des bekannten Orchesters der Kulturen von Adrian Werum, mit dem Chor der Kulturen, den Murphy Singers sowie dem Knaben- und Männerchor der capella vocalis Reutlingen. Sieben Solisten sind gemeinsam mit dem Tenor in diesen so unterschiedlichen Kirchenliedern zu erleben und geben dieser neuen CD eine große musikalische Bandbreite.

Ob der sympathische Sänger damit an den großen Erfolg des Albums „Geh aus, mein Herz …“ anknüpfen kann, das zwölf Wochen lang auf Platz eins der Klassik-Charts stand? Jay Alexander fühlt keinen Erfolgsdruck. Für ihn ist es wichtiger, dass die neue CD „eigentlich zur richtigen Zeit kommt als Kraft- und Energiespender.“ Denn es sind Lieder – „manchmal mit Ecken und Kanten“ –, die ihm auch selbst nahegehen. Und die einer kleinen Entdeckungsreise gleichkommen: Waren es auf dem ersten Album noch Melodien und Texte, „die mich schon in der Sonntagsschule und der Jungschar begleiteten“, so sind es nun Neuentdeckungen, die zum Teil Freunde und Fans ihm zugetragen haben. Oder die ihm der Zufall zugeweht hat. Wie bei „Weiß ich den Weg auch nicht“. Als er seine Tochter von der Schule in Eisingen abgeholt habe, erzählt Jay Alexander, seien vom nahe gelegenen Eisinger Friedhof Posaunenklänge herübergeweht, „die mich aufhorchen ließen.“ Er habe dann Kontakt zum Leiter des Posaunenchors aufgenommen und sei so auf dieses wunderschöne Lied nach einem Text von Hedwig von Redern gestoßen. „Weiß ich den Weg auch nicht, du weißt ihn wohl“ heißt es in der ersten Zeile. Und nicht nur er, sondern viele gläubige Menschen könnten in dieser Zeit, „in der wir alle nicht wissen, wohin die Reise geht“, Kraft und Mut aus solchen Liedern schöpfen.

Bewegende Texte musikalisch umgesetzt

Wichtig war des dem 48-Jährigen dabei, die oft bewegenden Inhalte der Texte musikalisch umzusetzen. Seit Jahren ist ihm dabei Richard Whilds, Repetitor an der Bayerischen Staatsoper, ein kongenialer Partner. Die Arrangements des Briten sorgen immer wieder für besondere Momente: Bei ganz intimen Liedern oder bei kraftvoll auftrumpfenden Orchester-Tutti. Ein wunderbarer Klangteppich für das warme Timbre, die kraftvolle Stimme und die kluge Phrasierung des Tenors. Einen wichtigen Anteil haben dabei auch die Solisten, die mal ganz fein und leise wie Klaus Jäckle an der Gitarre begleiten, („Bei dir, Jesu, will ich bleiben“) oder wie Erjon Kojnara mit seinem hellen und klaren Knabensopran das Lied „Der Tag, mein Gott, ist nun vergangen“ zu einem besonderen Erlebnis werden lassen.

Und wenn beim Auftritt morgen auf der Freibad-Bühne in Remchingen auch einige Lieder aus der neuen CD erklingen werden, dann hat ihm ein treuer Fan schon für diesen ungewöhnlichen Auftritt Mut gemacht: „Du meine Seele, singe …“ ist heuer das Wochenlied der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Wenn das kein gutes Omen ist …

Am Sonntag auf der Freibad-Bühne: TV filmt ungewöhnliches Konzert

Er liebt Auftritte vor Publikum – und so ist es für Jay Alexander eine höchst ungewohnte Situation, wenn er am Sonntag, 17. Mai um 16 Uhr, mit seiner Pianistin Juna Tcherevatskaja auf der Freibad-Bühne in Remchingen singt. Neben den Insassen in über 100 Fahrzeugen wird auch das ARD-Magazin „brisant“ vor Ort sein und beim Konzert filmen. „Das Fernsehteam begleitet mich schon seit Beginn meiner Karriere“, sagt Jay Alexander. Und: „Es wird für mich eine völlig neue Herausforderung. Ein Publikum, das im Auto sitzt und statt mit Applaus mit Lichthupe und Hupe reagiert.“ Die Neugierde, sagt der beliebte Tenor, sei groß „und noch größer ist die Vorfreude, endlich mal wieder vor Publikum treten zu dürfen. Ich bin schon sehr gespannt auf die 60 Minuten, die wir gemeinsam erleben dürfen.“

Karten für das Konzert auf dem Parkplatz neben dem Schloßbad gibt es ab 14 Uhr an der Abendkasse bei der Einfahrt und im Internet unter www.freibad-buehne.de.