Sexy Frontfrau mit Ausstrahlung und einer Stimme zwischen Operngesang und Rockshouting: Floor Jansen steht im Mittelpunkt beim Konzert von Nightwish in der Stuttgarter Schleyerhalle. Foto: Talmon
Kultur
Nightwish in Stuttgart: Zwischen Mittelalter und Science Fiction
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Stuttgart. „Decades“ ist die Doppel-CD übertitelt, mit der Nightwish Jubiläum feierte: 1996 erhielt Tuomas Holopainens für eine Demo mit drei Songs seinen ersten Plattenvertrag mit der brandneuen Band.

Jetzt, über 20 Jahre später, ist die finnische Symphonic-Metal-Band auf Welttour – samt Zwischenstopp in der Stuttgarter Schleyerhalle. Mit im Gepäck: Viele Songs aus Anfangszeit der Band, die mit der Holländerin Floor Jansen bereits die dritte Frontfrau am Start hat.

Zurück zu den Wurzeln

Zum Auftakt geht es zurück in die Historie: „Dark Chest of Wonders“ und „Wish I Had An Angel“ aus dem Erfolgsalbum „Once“ von 2004, „10th Man Down“ aus „Over the Hills and Far Away“ (2001) – alles Höhepunkte aus der Zeit mit Sängerin Tarja Turunen. Doch auch Jansen hat ihre Qualitäten: Drei-Oktaven-Stimme, sexy Ausstrahlung und präsente Rampensau mit durchdringendem Rock-Shouting. Da klingen auch die alten Hits wie „The Carpenter“ von 1997, „Gethsemane“ von 1999 und „Nemo“ (2004) noch immer frisch. Mit „Élan“ arbeiten sich Holopainen am Keyboard, Gitarrist Emppu Vuorinen, Troy Donockley mit Uilleann Pipes und Tin Whistle, Bassist Marco Hietala und Schlagzeuger Kai Hahto dann fast bis in die Gegenwart vor. Und immer wieder überrascht die Stilbreite der Band: Ob mit der schönen Ballade „Dead Boy’s Poem“, dem tanzbaren „I Want My Tears Back“ oder dem epischen, 24 Minuten langen Schlusstitel „The Greatest Show On Earth“ – alles irgendwo zwischen Mittelalter und Science Fiction.

Jede Menge Pyrotechnik

Für diese Stimmung sorgt auch das fantastische Bühnenbild mit wildwuchernden Pflanzen in Fantasielandschaften, allerlei seltsamem Getier auf den Videoleinwänden und Floor Jansen, die mit ihrem Outfit wie eine Drachenlady daherkommt. Was auch nicht fehlen darf: jede Menge Pyrotechnik und lodernde Flammen. Die 12.000 Fans in der Schleyerhalle feiern Bandchef Tuomas Holopainens (46) und seine Musiker mit frenetischem Applaus und der Hoffnung auf viele weitere „Decades“ mit Nightwish.

www.nightwish.com/de