George Mazaris Installation, die zum simulierten Erste-Klasse-Flug nach Kabul einlädt, sorgt für Gänsehaut. Foto: Meyer
Kultur
Ornamenta-Kuratoren mit Treff im EMMA-Kreativzentrum

Pforzheim. Eigentlich fehlten in dieser „Pflege-Hütte“ nur noch Friseurin und Kosmetikerin: Wenn die Ornamenta-Kuratoren zu ihrem monatlichen Freitagabend-Treffen einladen, dann geht es meist überraschend zu.

So auch in der „Grooming Hut“ im EMMA-Kreativzentrum. Dort sollten nicht nur die Design-Studierenden, die gerade mit ihrer Werkschau-Präsentation gehörig in Stress geraten waren, eine Wohlfühlbehandlung erhalten. Auch Bürgermeisterin Sibylle Schüssler ließ sich mit einer Handmassage verwöhnen.

„Mentale und physische Gesundheit“, schilderte Kurator Willem Schenk, werde hier mit den Werken von Künstlern, die vor kurzem ihr Studium beendet hätten, in Bezug gesetzt. Denn parallel zu den von Pforzheimer Studierenden gezeigten Arbeiten konnten die Besucher in einem Video der in Brüssel lebenden Künstlerin Telma Lemarchand erleben, wie Großvater, Vater und Sohn sich gegenseitig die Gesichtsbehaarung rasieren – und dabei auch körperliche Grenzen überwinden. Auf eine Echtzeitsimulation eines Fluges von Amsterdam nach Kabul nahm der in Berlin geborenen Künstler George Mazari die Gäste mit: Eine First-Class-Kabine mit automatisch generierter Bordunterhaltung schafft ein Gefühl von Sicherheit und Schutz – wenn auch ein falsches.

Der Kurzfilm der in Darmstadt geborenen Tatjana Stürmer folgte einer jungen Frau, die mit einer Landschaft interagiert, während sie langsam verschwindet. Diese dystopische Kulisse stand dann im Kontrast zu den organisch geformten Skulpturen des in Berlin lebenden Jannis Zell.