Pforzheim. Wenn man will, kann man in Pforzheim als Frau beim Friseur 130 Euro liegen lassen. Zumindest behauptet das eine Besucherin im CongressCentrum (CCP), als Paul Panzer am Freitagabend danach fragt. Wie man so viel Geld für eine Frisur ausgeben kann, das versteht der Comedian nicht. „Da hätten wir Männer das Bedürfnis, noch irgendwas von der Einrichtung mitzunehmen.“
Aber nicht nur das: Auch der „Mädelstag“ seiner Frau Hilde gibt ihm Rätsel auf. „Das heißt immer Mädelstag, egal, wie alt die Frauen sind.“ Überhaupt stört es ihn, dass seine Frau immer so viel kaufen muss. Und dann immer Dinge, die kein Mensch braucht: Antirutschsocken oder Ostereierschneidemaschinen. Tochter Susaska ist auch nicht viel besser, wenn sie immer nur ans Feiern denkt. „Die fangen mittwochsabends an, sich fertigzumachen fürs Wochenende in der Ditzko.“ Obwohl, das stimmt so nicht, denn „Ditzkos“ heißen heute ja „Club“. Aber Türsteher gibt es da auch heute noch, halt im Anzug und „mit Knopf im Ohr, wie bei Steiff“.
„Friss mich, du Sack“
Wenn Panzer erst einmal richtig in Fahrt ist, dann kommt er nahtlos von einem Thema zum nächsten. Aufregen kann er sich über alles Mögliche. Egal, ob es sein Sohn Bolle ist, der ein Model von „Victoria’s Secret“ als Freundin haben will und mit seiner Drohne in die Häuser der Nachbarn fliegt. Oder ob es die Frutarier sind, die warten, bis die Kartoffel freiwillig zu ihnen sagt: „Friss mich, du Sack“.
Genüsslich erzählt der Comedian im geblümten Hemd und mit dem Sprachfehler von seiner fiktiven Familie, macht sich über englische Sänger in deutschsprachigen Musicals lustig, berichtet von den Zuständen in Reisebussen und berichtet, wie es früher war, als es noch keine Handys mit Apfel-Logo gab, sondern Festnetztelefone, mit denen man immer Empfang hatte. „Manche hatten sogar eine Wählscheibe“, sagt er zu einem Elfjährigen in der ersten Reihe: „Was das ist, soll Dir die Mama später erklären.“
Und heute? Da können die Jugendlichen gar nicht mehr ohne ihre Mobiltelefone. „Vor 20 Jahren sind Babys auf die Welt gekommen und haben nach ihrer Mama gerufen, heute rufen die nach einem Ladekabel.“ Es ist eben nicht alles toll an der modernen Technik. Beispiel Sprachnachrichten. Für Panzer „die Hölle auf Erden“. Erst recht, wenn sie 36 Minuten dauern und man keine Widerworte geben kann.
E-Zigaretten findet er auch nicht viel besser, „diese Riesen-Didgeridoos“ mit „Chemie-Dreck aus China“, quasi „Tschernobyl to go“. Das Publikum hat zwei Stunden lang seinen Spaß mit dem Comedian, kommt aufgrund der hohen Gagdichte aus dem Lachen nicht mehr heraus und spendet immer wieder tosenden Beifall. Klar, dass da eine Zugabe fällig ist: Eine, bei der Panzer zur Gitarre greift und so tut, als könne er Englisch und Französisch.

