Pforzheim.. Vor 250 Jahren – am 25. Juni – starb Georg Philipp Telemann. Aus diesem Anlass hat das renommierte Pfeiffer-Trompeten-Consort ein festliches Konzert unter dem Titel „Dem Himmel zu Ehren“ in der Herz-Jesu-Kirche gegeben. So lautet nicht nur die gleichnamige CD, die in Hamburg eingespielt wurde und gerade neu erschienen ist, sondern auch einer der Ausschnitte aus Telemanns „Hamburger Kapitänsmusik“. Damit bringen die Brüder und Trompeter Joachim, Harald und Martin Pfeiffer sowie die Gast-Trompeterin Julie Bonde, Mathias Müller an den Pauken und Matthias Neumann an der Orgel wiederentdeckte Raritäten zu Gehör.
Denn die meisten dieser 40 Festmusiken seien verschollen, erzählt Martin Pfeiffer, einige Handschriften hätten sie aber im Magdeburger Telemann-Archiv aufgestöbert, entziffert und zu neuem Leben erweckt.
In strahlendem Glanz erklingt die „Kapitänsmusik“ von der Empore herab, leuchtet die Solotrompete im Wechsel mit dem Trompetentrio bei „Ein rauschender Strom“ oder „Dem Himmel zu Ehren“ hervor. Prachtvoll mit Pauken ertönt vor allem der Schluss von „So gehe hin und iß dein Brot mit Freuden“.
Ein klangfarblich reizvolles Stück ist auch die bearbeitete Kantate „Lobet Gott alle seine Heerscharen“. Rund 1400 Kirchenkantaten hat Telemann komponiert, diese sei bisher unveröffentlicht gewesen. Schwungvoll erklingt der Eingangschor, kontrastvoll der Schlusschoral. Von der Seite spielt Joachim Pfeiffer am Corno da caccia die Melodie in wunderbar getragenem und nuancenfeinem Ton, hell und frisch klingen dazu die Trompeten. In gedämpftem Klang bleibt die Aria ganz dem Horn und der Orgel vorbehalten. Neben Telemann stehen auch Werke weiterer Zeitgenossen wie Bach und Lully auf dem Programm – und Vivaldis einziges Doppelkonzert für Trompete und Orgel in C-Dur. Als Finale präsentiert das Consort noch den Marche F-Dur von Louis Lefébure-Wély und als Zugabe Bachs Pfingstchoral „O heil’ger Geist, kehr bei uns ein.“ Anita Molnar

