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Pforzheims bekannteste Autorin Renate Schostack ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Der Beisetzungstermin steht noch nicht fest. Foto: Seibel
Pforzheims bekannteste Autorin Renate Schostack ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Der Beisetzungstermin steht noch nicht fest. Foto: Seibel
01.08.2016

Pforzheimer Autorin Renate Schostack überraschend verstorben

| Pforzheim. Ihr jüngster Roman „Fräulein Ava Laurin“ wird in der PZ abgedruckt.

Sie hatte noch so viele Pläne: Im kommenden Monat sollte es mit dem Bruder nach Kroatien in Urlaub gehen, für den September war eine Lesung im Kieselbronner Windrose-Verlag geplant, und der Interview-Termin mit der „Pforzheimer Zeitung“ stand an, wird doch ihr neues Werk demnächst als Fortsetzungsroman abgedruckt: Renate Schostack, die bedeutendste Schriftstellerin Pforzheims, ist völlig überraschend im Alter von 78 Jahren in einem Hotel in München verstorben, wo sie zur Geburtstagsfeier einer Bekannten eingeladen war.

Einen langen, höchst erfolgreichen journalistischen und literarischen Weg hat Renate Schostack durchschritten – von ihrem Volontariat 1957 bei der „Pforzheimer Zeitung“ bis zu ihrem im April dieses Jahres veröffentlichten ersten Theaterstück „1501 oder Die der Pest abgewandte Seite der Stadt“, in dem sie gerade Schülern die Geschichte ihrer Heimatstadt näher bringt. Viele Reportagen und Romane hat sie in diesen Jahren veröffentlicht, manche im Windrose-Verlag ihrer Freundin Bärbel Rudin erschienen, manche bei so großen Verlagen wie Hoffmann und Campe, etwa ihr viel beachtetes Buch „Hinter Wahnfrieds Mauern“, in dem die Autorin die Geschichte der Familie Richard Wagners aufblättert.

Bedeutend für ihren literarischen Weg waren vor allem das Stipendium der Klagenfurter Jury im Jahr 1977 und der „Preis der Jury“ beim renommierten Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb im Jahr 1984 in Klagenfurt. 1989 wurde die polyglotte Autorin zudem mit dem Preis für Wissenschaftsjournalismus des Deutschen Anglistenverbandes ausgezeichnet.

Doch nach so vielen Jahren mit internationalen Domizilen zog es Renate Schostack nach ihrer Pensionierung vor 13 Jahren zurück in ihre Heimatstadt, wo sie sich im Kulturleben engagierte, regelmäßig das Stadttheater und klassische Konzerte besuchte. Und natürlich schrieb: vor allem an dem im vergangenen Jahr abgeschlossenen Roman „Fräulein Ava Laurin“, der in Pforzheim spielt.

Erzählt wird die Geschichte eines jungen Mädchens in den Jahren 1947 bis 1957. Eine Zeit, die die Autorin selbst nach der Zerstörung ihres Elternhauses am 23. Februar 1945 in Brötzingen verbrachte. Autobiografische Züge seien sicherlich vorhanden, sagte Renate Schostack. Und so werden die Leser der „Pforzheimer Zeitung“ demnächst noch ein wenig am bewegten Leben dieser wichtigen Schriftstellerin teilhaben können.