Pforzheim. Hell leuchtend und glückselig stimmend erleben manche Menschen den Übergang zwischen Leben und Tod, wenn das menschliche Leben am seidenen Faden hängt. An diesem entlang bewegt sich von heute an die spartenübergreifende Inszenierung „Mozart-Requiem – Feiert das Leben!“ im Großen Haus des Theaters Pforzheim, inszeniert von Ballettdirektor Guido Markowitz.
Für Mozart war der Tod „ein guter Freund“, vor dem man sich nicht zu fürchten braucht. Er war während der Komposition des Requiems dem Tod bereits nahe und verstarb schließlich 1791, in seiner Arbeit am Lacrimosa.
Mozarts Requiem feiert am 20. Januar Premiere im Theater Pforzheim. Wolfgang Amadeus Mozart komponierte das Stück auf dem Sterbebett. Es wurde bald zur Totenmesse bei Trauerfeiern. Die Emotionalität des Werkes ist bis heute ungebrochen.
Vier Jahre zuvor, 1787, schrieb der 31-jährige Komponist an seinen kranken Vater: „Was den Tod anbelangt (wenn genau betrachtet), so ist er das wahre Ziel unseres Lebens. Ich für meinen Teil habe mich so eingehend mit diesem guten und treuen Freund des Menschen vertraut gemacht, dass sein Erscheinungsbild für mich nicht länger mehr etwas Beunruhigendes hat, sondern eher etwas äußerst Friedvolles und Tröstliches.“ Diese Worte konnten Leopold Mozart vielleicht den Schrecken vor dem Tod nehmen, angenehmer oder leichter machen konnten sie es ihm nicht. Er verstarb nur wenige Wochen später.

"Mozart-Requiem" feiert Premiere am Theater Pforzheim
Obwohl das Requiem eine Totenmesse ist, erklingt darin ein ungebrochener Lebenswille. Das letzte Werk Mozarts spielt die Badische Philharmonie Pforzheim unter der Leitung von Generalmusikdirektor Markus Huber. Für den neuen Ballettabend entstand ein kurzer musikalischer Prolog, komponiert von Philipp Haag.
Guido Markowitz inszeniert das „Mozart-Requiem“ spartenübergreifend für Ballett, Chor und Solisten des Musiktheaterensembles. Außerdem ist der Oratorienchor Pforzheim mit auf der Bühne zu erleben. Der choreographische Dialog von Stimmen und Körpern regt fließende Interaktionen an und provoziert kraftvolle Konfrontationen. Philipp Contag-Lada entwirft, wie bereits für „Heros“, Bühnenbild und Kostüme. Mit interaktiven Videoprojektionen von Oliver Feigl entstehen Zwischenwelten, die auf die Bewegungen der Darsteller reagieren.

