Klaus Major Heuser (links) mit dem Gitarristen Thomas Heinen. Foto: Frommer
Kultur
Purer Hörgenuss: Ex-BAP-Gitarrist Klaus Major Heuser im Kulturhaus Osterfeld
  • Robin Daniel Frommer

Pforzheim. Voller warmer Sound, stimmige Songs und gekonnt eingesetzte Gitarren. Das Osterfeld-Konzert der Klaus Major Heuser Band startete mit treibendem Schlagzeugeinsatz und dem Titelsong „Here And Now“ des aktuellen Albums.

Die drei folgenden Stücke „In Your Time“, „Catch The Flame“ und „You’ve Got What It Takes“ stammten allesamt aus früheren Alben und boten perfekt ausgesteuerten Hörgenuss – ohne übertriebene Lautstärke, ohne Show-Einlagen und ohne Störgeräusche jedweder Art.

Am Freitagabend zeigten sich im Malersaal fünf zu einem echten Team zusammengewachsene Könner, die es nach unzähligen gemeinsamen Live-Auftritten längst drauf haben, einen Gig nur mittels authentischer Rockmusik zu einem dicht gewobenen und wohligen Klangereignis zu entwickeln. Heuser streute von Beginn an die für ihn typischen Gitarren-Soli ansatzlos ein, die den Sound der Band ebenso bestimmen, wie das kongeniale Zusammenspiel des ganzen Teams.

Einziger Wermutstropfen: Das Gastspiel von Klaus Major Heuser (Gitarre), Thomas Heinen (Gesang und Gitarre), Matthias Krauss (Keyboard), Sascha Delbrouck (Bass) und Marcus Rieck (Drums) hätte mehr Zuschauer verdient gehabt. Dennoch war die Stimmung bei Band und Publikum bestens – im teils bestuhlten Malersaal hielt es im letzten Drittel des Konzerts niemand mehr auf den Sitzen.

Bei „The Way“, einem getragenen balladesken Song aus der jüngsten Produktion, hatte Sascha Delbrouks Bass zunächst Pause. E-Piano, Gitarre und die facettenreiche Stimme von Thomas Heinen prägten diesen Song nahezu im Alleingang. Die vor der Bühne stehenden Pärchen gingen in einen gemächlichen Schunkelmodus im Stehblues-Tempo über. Beim Wechsel zur „Les Paul“ streute Heuser eine Tournee-Anekdote ein: Heinen habe einen Defekt an der Gitarre mit Hilfe der Butterbrotdose des Bassisten reparieren können. Unter Beifall wurde deren ausgebeinter Deckel in die Höhe gereckt. Nur „deshalb können wir das Stück jetzt auch spielen“, beschloss Heuser (61) die Ansage zum sommerlich leichten Titel „Million Voices“.

Fazit: Der Rock-Gitarrist und seine bewährte Band verstehen es wie kaum eine andere Formation, ein gut zweieinhalbstündiges Konzert mit 19 Songs bis zur letzten Sekunde abwechslungsreich, spannend und in perfektem Sound zu gestalten. Als Zugabe des Klasse-Auftritts gab’s den ruhigen Titel „Perfect Match“ und das melancholisch daherkommende Stück „Last Favorite Song“ aus der 2013er-Produktion „Men in Trouble“.