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Die Spielleute von „Saltatio Mortis“ zeigen beim Klostersommer in Hirsau vollen Einsatz. Fotos: Talmon
Feiern ihre Band: Die Fans der Mittelalter-Rocker kommen beim fast bis Mitternacht dauernden Konzerterlebnis auf ihre Kosten.
Am Schlagzeug: Timo Gleichmann, ehemaliger Pforzheimer Hilda-Gymnasiast.
31.07.2017

Quicklebendiger Totentanz: „Saltatio Mortis“ rocken Hirsau

Calw-Hirsau. Die Mittelalter-Musiker „Saltatio Mortis“ rockten den Hirsauer Klostergarten mit lauter Musik und gewaltigem Auftritt: Die acht Spielleute der Mittelalter-Rockband feiern eine großartige Show und haben mit ihren Texten viel zu vermitteln. Der lateinische Begriff „Saltatio Mortis“ steht für Totentanz.

Bildergalerie: "Saltatio Mortis" beim Calwer Klostersommer

Einen Abend lang rocken sie den Hirsauer Klostergarten und brennen ein Feuerwerk ab, dass es eine wahre Freude ist. Wobei die überwiegend jungen Fans nicht nur Feuer und Flamme für ihre Lieblinge sind, sondern auch auf der Bühne immer wieder hohe Flammen in den regenfreien Sommerhimmel empor zischen.

„Früher war alles besser“, mit diesem Hit eröffnen sie das fast bis Mitternacht dauernde Konzerterlebnis. Dabei ist nichts von Mittelalter-Nostalgie zu spüren. „Lass das Gestern endlich ruhn“ und „Nichts war früher besser“, heißt es in diesem Lied. Und jedem der hören kann, wird spätestens in „Wachstum über alles“ klar, dass sie mit Rechtspopulisten absolut nichts am Hut haben. Dabei mussten sie sich noch 2013 in einem offenen Brief gegen solche Vorwürfe wehren und das nur, weil sie dazu als Melodie die deutsche Nationalhymne verwenden. Im Gegenteil: Sie geißeln die Profitgier der Wirtschaftsbosse und setzen sich für mehr Gerechtigkeit und Menschlichkeit ein.

Spätestens 2013 werden „Saltatio Mortis“ über ihr Genre hinaus einem größeren Publikum zu einem Begriff, als sie in den deutschen Album-Charts Platz eins mit „Das Schwarze 1 x 1“ erklimmen und 2015 mit „Zirkus Zeitgeist – Ohne Strom und Stecker“ ein weiteres Nummer-eins-Album landen.

Einer der ganz Großen in der Formation, die neben den klassischen Rock-Instrumenten auch mit Dudelsack, Schalmei, Maultrommel, Drehleier, Maulsackpfeife, Low Whistle, Davul und vielem mehr glänzend umgeht, ist Timo Gleichmann. Und das nicht nur wegen seiner zwei Meter. Der 45-jährige Schlagzeuger und ehemalige Pforzheimer Hilda-Gymnasiast, als einer der drei verbliebenen Gründungsmitglieder aus dem Jahre 2000, weiß in seinen Dialogen mit Sänger Jörg Roth („Alea der Bescheidene“) immer alles besser. Deshalb auch Gleichmanns Künstlername „Lasterbalk der Lästerliche“. Am Ende machen der studierte Psychologe und seine rockenden Mitstreiter deutlich, vereint mit der ebenfalls überzeugenden Vorband „Versengold“, was ihre Mission ist: „Wir sind geboren, um Spielleut‘ zu sein.“