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Der Saal steht: Beim Konzert „Rock Musical Classics“ im Theater herrscht ausgelassene Stimmung, bei den Zugaben heizen die drei Sänger Sasha di Capri, Chris Murray und Aino Laos (von rechts) noch mal kräftig ein. Foto: Tilo Keller
Der Saal steht: Beim Konzert „Rock Musical Classics“ im Theater herrscht ausgelassene Stimmung, bei den Zugaben heizen die drei Sänger Sasha di Capri, Chris Murray und Aino Laos (von rechts) noch mal kräftig ein. Foto: Tilo Keller
12.03.2018

„Rock Musical Classics“ im Theater Pforzheim erntet stehende Ovationen

Pforzheim. „Habt ihr noch Lust?“ Was für eine Frage. Die Zuschauer im ausverkauften Großen Haus des Theaters hat es bereits von den Stühlen gerissen – von der ersten bis zur letzten Reihe. Sie pfeifen, grölen und klatschen vor Begeisterung, wollen freilich noch eine Zugabe.

Die Stimmung ist fantastisch, wie bei einem Rockkonzert. Und das nicht erst bei „Highway to Hell“ von AC/DC, bei der Sasha di Capri mit seiner röhrenden Rockstimme dem Original sehr nahekommt. Nein, schon bei der ersten, einheizenden Nummer „Who“ aus Frank Nimsgerns Musical „Phantasma“ fühlt es sich nicht an wie in einem Theatersaal. Die Live-Band um Komponist, Gitarrist und Pianist Frank Nimsgern mit Alexander Merzkirch (Bass), Martin Preiser (Keyboards) und Stephan Schuchardt (Drums) haut gleich kräftig in die Saiten und Tasten. Zudem animiert der attraktive, charismatische und bewegungsfreudige Sänger Sasha di Capri das Publikum – wie noch öfter an diesem Abend – zum Mitsingen und -klatschen. „Wenn ihr mitmacht, ist das ein Energieaustausch“, sagt er.

Puste scheint nicht auszugehen

Es ist die zweite Ausgabe der Konzertreihe „Classics“ am Theater Pforzheim, die unter dem Titel „Rock Musical Classics“ für frenetische Beifallsstürme sorgt. Zumal drei Top-Sänger im Rampenlicht stehen, die ihren Fan-Club um ein weiteres Mal berauschen. Allen voran: „Graf von Murray“, Chris Murray, der mit seiner enormen Kraft, Leidenschaft und scheinbar nie ausgehenden Puste beeindruckt – bei Musical-Songs aus „Jekyll & Hyde“ oder „Chess“. „Er macht aus jedem Song eine Geschichte“, sagt Nimsgern über Murray, für den er einiges komponiert hat. Zu dessen Solo-Höhepunkten gehören die glühende Rockballade „Die unstillbare Gier“ aus „Tanz der Vampire“, bei der der Pianist live gefilmt wird und groß auf der hinteren Leinwand zu sehen ist. Und gleich danach die kräftige Nummer „Nie mehr geschlagen“ aus dem 2016 ausgezeichnetem Musical „Der Ring“ von Nimsgern. Einfach mitreißend, wie Sänger und Band hier rocken, bis die Wände wackeln.

Songs aus „Dracula“ sind dieses Mal nicht dabei, vielleicht weil Murrays Musical-Partnerin Femke Soetenga wegen Grippe absagen und somit kurzfristig das komplette Programm umgestellt werden musste. Für Soetenga springt die deutsch-britische Sängerin Aino Laos ein, Nimsgerns langjährige Mitarbeiterin und Musical-Darstellerin. Die Rock-Lady mit den blonden, kurzen Haaren und weiten Hosen bewegt sich zwar nicht viel. Umso eindrucksvoller ist ihre gereifte Stimmgewalt bei „Don`t stop me now“ aus dem Mercury-Musical „We will rock you“ oder bei „Queen Superstar“, das ihr Nimsgern für die Rolle in „SnoWhite“ auf den Leib geschrieben hat. Einmal will sie auch Schneewittchen sein – bei „Frei wie der Wind“. Und einmal mischt auch der Pianist Dr. Konstantinos Kalogeropoulos mit – bei dem rockigen Bach-Instrumental mit E-Gitarrist Nimsgern. Viel Ausstrahlung hat der langhaarige Sasha di Capri, der zu den besten Rock- und Musical-Sängern Deutschlands zählt und vor allem als Mercury-Interpret bei „I want it all“ oder im Duett mit Laos bei „Who wants to live forever“ für ausgelassene Stimmung und Gänsehaut sorgt. Nur gut, dass eine Fortsetzung folgt.

Das Konzert mit Femke Soetenga wird am Samstag, 31. März, um 19.30 Uhr nachgeholt.