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Auch zur neuen Spielzeit unterstützt Oberbürgermeister Gert Hager (Mitte) den Intendanten Thomas Münstermann (links von ihm) – und die neuen Theater-Mitarbeiter, die gestern im Großen Haus vorgestellt wurden.
Auch zur neuen Spielzeit unterstützt Oberbürgermeister Gert Hager (Mitte) den Intendanten Thomas Münstermann (links von ihm) – und die neuen Theater-Mitarbeiter, die gestern im Großen Haus vorgestellt wurden.
08.09.2015

Saisonbeginn im Stadttheater Pforzheim

Mit der Begrüßung der neuen Mitarbeiter beginnt die Saison im Theater. Trotz der Umbrüche blickt das Theater positiv in die Zukunft.

Das Symbol zur neuen Saison hat sich das Theater Pforzheim selbst gegeben. Es ist die Rose. Sie ist das Begrüßungsgeschenk für die rund 50 neuen Mitarbeiter. Diejenigen Tänzer und Sänger, Musiker und Schauspieler, die ab dieser Saison neu in Pforzheim sind und nur eines wollen: Theater machen.

Was sie hierbei erwartet: Auch dafür könnte die rote Rose stehen, die abseits ihrer Schönheit eben auch Dornen trägt. Denn sicher ist: eine lockere, lässig aus der Hand geschüttelte Saison wird es nicht werden. Das weiß auch der neue Intendant Thomas Münstermann: „Wir werden durchaus an unsere Grenzen stoßen“; sagt er bei der Spielzeiteröffnung im Großen Haus. Solch einen Umbruch hat das Theater in seiner jüngeren Geschichte noch nicht gesehen.

In Thomas Münstermann als Letztverantwortlichem findet das Theater zum Intendantenmodell zurück. Vorbei die Zeiten, als in Pforzheim jede Sparte von einem eigenen Direktor geleitet wurde. Auch im Personal zeigt sich der Umbruch. Viele Gesichter, die das Theater geprägt haben, sind nicht mehr da. Die Neuen sind nachgerückt, bringen ihre Geschichte, ihre Fähigkeiten mit – und ihre Vorstellung von Theater. Es wird anders sein als vorher. „Wir beginnen einen neuen Abschnitt“, sagt Oberbürgermeister Gert Hager: „Und das ist gut so.“

Von der Stadt aufs Land

Viele Chancen stecken in diesem Neuanfang. Aber auch die Herausforderung, mit einem neu gebildeten Team eine anspruchsvolle Saison zu stemmen. Hier ist jedes gute Wort willkommen, das dem Theater-Team Mut macht. Und solche Worte sind es, die Oberbürgermeister Gert Hager findet: „Ich stehe hinter dem Stadttheater“, sagt er: „Es ist der kulturelle Leuchtturm unserer Region“. Denn auch das wird klar. Das Einzugsgebiet des Theaters verändert sich – von der Stadt Pforzheim immer mehr in den Enzkreis – und weit darüber hinaus.

Bei den neuen Abonnements hat der Kreis die Stadt schon weit überflügelt. Auch vor dieser Aufgabe steht Münstermann; mit seinem Theater die Stadt wieder mehr zu erreichen. Wie er das schaffen will?

„Wir müssen uns mehr am aktuellen Diskurs beteiligen“, sagt er: „das Zentrum der gesellschaftlichen Debatte werden.“ Relevant soll es sein, das Theater – ein Ort, an dem man nicht vorbeikommt, wenn es um gesellschaftliche Veränderungen geht. Auch das Theater stehe vor den gleichen Herausforderungen wie die Gesellschaft. Nur die Lösung scheint ein wenig einfacher zu sein: „Die Integration neuer Mitglieder in die Gruppe ist bei uns der Normalzustand“, sagt Münstermann und weist damit auf die größte Herausforderung dieser Saison hin: ein Ensemble zu bilden und nicht mehr für jede Produktion zu großen Teilen auf Gäste zurückgreifen zu müssen.

Die Eröffnungspremiere Nabucco wird also komplett aus dem Theater selbst gestemmt „So soll es sein“, sagt Münstermann: „Denn der Einsatz von Gästen sollte etwas Besonderes, nicht der Normallfall sein.“ Dem Theater ein Gesicht zu geben, auch darum geht es bei der Ensemble-Bildung. Einfach ist es nicht, aus den alten Herausforderungen und neuen Gesichtern ein funktionierendes Ganzes, ein Theater zu bauen. Thomas Münstermann hat diese Herausforderung angenommen, hat neben der Schönheit der Rose auch ihre Dornen in Kauf genommen – und mit ihm ganzes Haus, das das gleiche Ziel hat wie er: Theater machen.

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