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Neben der bekannten Figur Frederic Freiherr zu Furchensumpf hat Sascha Grammel auch dessen Zwilling Fridolin (von links) ins CCP mitgebracht.  Foto: Frommer
Neben der bekannten Figur Frederic Freiherr zu Furchensumpf hat Sascha Grammel auch dessen Zwilling Fridolin (von links) ins CCP mitgebracht.  Foto: Frommer
15.02.2016

Sascha Grammel begeistert mit seinen Handpuppen im CCP

Pforzheim. Bauchredner Sascha Grammel ist restlos ausverkaufte Spielstätten längst gewohnt. Im CongressCentrum Pforzheim (CCP) wollten fast 2000 Zuschauer den sympathischen „Puppet-Comedian“ sehen. Der Veranstalter, das Kulturhaus Osterfeld, präsentierte die Show des Puppenspielers drei Tage zuvor auch in der Stadthalle Reutlingen: Auch dieser Termin war ausverkauft – bevor das Osterfeld-Programmheft gedruckt war.

Trotz dieser Erfolgswelle wirkt Grammel auch bei seinem neuen Programm „Ich find’s lustig!“ noch ehrlich berührt, wenn er im CCP seinen Dank an das Publikum formuliert. Da hat einer die fraglos schwierigen Anfänge als Comedian, Zauberer und Bauchredner nicht vergessen, lässt sich von der immer bombastischeren Technik den Blick nicht verstellen.

Augenbrauen aus Gurken

Sascha Grammels aktuelles Programm kombiniert Wortwitz mit Kurzauftritten der bewährten Puppenstars wie Josie, der mädchenhaft schüchternen Schildkrötendame, in einer Art Rückblende als einjähriges Geburtstagskind. Natürlich dürfen auch weder Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Peter Hacke mit den Augenbrauen aus Gewürzgürkchen oder der seltsame Schröder, ein vierarmiger Außerirdischer samt seiner Sternschnuppe Ursula nicht fehlen.

Neu in der wachsenden Puppen-Sammlung ist ein Fisch, der sich als Katze ausgibt, aber weiß, dass sein Fell „aalglatt“ ist. Der ferngesteuerte Fisch thront auf einem Katzenbaum und übernimmt Elemente, die bereits in anderen Comedy-Programmen applaussteigernd eingesetzt werden. So zum Beispiel den Schulterschluss mit dem Publikum, als Grammel hinter der Bühne weilt. Oder das Einschwören der Zuschauer darauf, den Vortrag des Puppenspielers auf ein Zeichen mit Applaus zu übertönen. Und das zieht der Katzenfisch natürlich durch.

Etwas Neues hat sich Grammel auch für seinen allzeit aufmüpfigen Feder-Punk Frederic Freiherr von Furchensumpf ausgedacht und präsentiert dessen zweieiigen Zwilling Fridolin. Beide gefiederten Puppen geben dem Bauchredner im Duett kräftigst Kontra: Gerade dieses freche Eigenleben seiner dauerpubertierenden Figuren und die immer wieder durchschimmernde Selbstironie machen den Reiz der Auftritte von Sascha Grammel aus. Sie sind der Kern seins Erfolgs bei Alt und Jung. Konfetti, Clips und Applausometer sind bestenfalls zierendes, letztlich aber verzichtbares Beiwerk.