Rund 20 Pretiosen aus dem hiesigen Museum sind Teil einer Ausstellung im japanischen Kyoto.
Pforzheim. Rund 20 hochkarätige Designstücke aus der Sammlung des Schmuckmuseums sind bis August kommenden Jahres in Japan zu sehen. Sie sind Teil der Ausstellung „Reflections in Jewellery: Memory and Identity“, die zunächst im National Museum of Modern Art in Kyoto (MoMAK) gezeigt wird, teilt das Schmuckmuseum Pforzheim in einer Pressemeldung mit. Die Schau mit rund 350 Exponaten von Schmuckkünstlern der Nachkriegszeit beleuchtet das Potenzial von Schmuck als künstlerischer Ausdrucksform aus einer spezifisch japanischen Perspektive.
In Japan war es lange Zeit eher unüblich, Schmuck zu tragen. Ein 1964 dort gegründeter Verband von Schmuckdesignern machte das Land mit westlichen Trends bekannt und trug dazu bei, das Konzept des Designs als einen Wert zu verbreiten, der sich vom reinen Materialwert unterscheidet. So hielt Ende der 1970er-Jahre zeitgenössischer Schmuck Einzug in Japan. Der Austausch mit konzeptuell orientierten internationalen Künstlern setzte sich fort, so etwa bei einer gemeinsamen Ausstellung, an der unter anderem Otto Künzli beteiligt war und die auch in Amsterdam und München gezeigt wurde.
Die von Fritz Falk, dem langjährigen Leiter des Schmuckmuseums Pforzheim, ins Leben gerufene Schau „Schmuck ‘67. Tendenzen“ spielte ebenfalls eine wichtige Rolle dabei, zeitgenössische japanische Schmuckkunst in Europa zu zeigen. Eine Auswahl der damals gezeigten Arbeiten wird nun auch in Kyoto präsentiert, darunter Werke von Yasuki Hiramatsu und Yasuhiko Hishida.

Auch der Pforzheimer Schmuckkünstler Reinhold Reiling ist vertreten, darüber hinaus Hermann Jünger und Sigurd Persson sowie Bruno Martinazzi und Mario Pinton. „Dass einige unserer Stücke in ihr Ursprungsland zurückkehren und die Entwicklungen in Europa solchen Einfluss auf Japan hatten, ist ein faszinierender Aspekt zeitgenössischer Schmuckkunst“, erläutert Museumsleiterin Friederike Zobel. „Es ist uns eine Freude, für diese Ausstellung angefragt worden zu sein.“ Auch das Lenbachhaus sowie private Leihgeber sind mit Exponaten in der Schau präsent.
Die Ausstellung wurde vom MoMAK kuratiert. Dort ist sie ab sofort bis zum 17. Januar zu sehen und wird anschließend im Iwami Art Museum (20. März bis 14. Juni) sowie im Yamanashi Prefectural Museum of Art (3. Juli bis 29. August) gezeigt.

