Remchingen. Eine Hommage jagt die andere: Wurde vor kurzem erst der Siebziger-Jahre-Band „Supertramp“ gehuldigt, so erlangen die alten Hits von Simon & Garfunkel nun zu neuem Leben in der Kulturhalle Remchingen. Die Tribute-Konzerte scheinen anzukommen, können die Zuschauer doch ganz in Erinnerungen schwelgen.
So auch bei dem Duo „Graceland“ aus Bretten, das seit Jahren deutschlandweit unterwegs ist und mit Band und Streichquartett in der Heimat gastiert. „Simon & Garfunkel Tribute meets Classic“ nennt sich die Klangkombination, mit der die Gitarristen Thomas Wacker (Stimme von Paul Simon) und Thorsten Gary (Stimme von Art Garfunkel), Andrea Barla, Hiroko Tamaki (Geigen), Vadim Razumnyy (Bratsche), Vasily Bystroff (Cello), Martina Berenz (Bassgitarre), Volkwin Weiss (E-Piano, Keyboard, Saxofon) und Daniel Kirn (Schlagzeug) von der ersten Minute an mitreißen.
Ähnlich – aber doch anders
Mal rockig, mal poetisch kommen die Songs daher, „Mrs. Robinson“ zum Beispiel, „Homeward Bound“ oder „I Am A Rock“. Angenehm ist, dass Tommy und Thorsten ihr eigenes Ding machen – trotz verblüffender Ähnlichkeit mit dem Original. Mit trockenem Humor, Tiefgang und harmonierenden, nur wenig unsicheren Stimmen präsentieren die beiden die Hits des Folkrock-Duos.
Und doch ist es die zierliche Japanerin an der zweiten Geige, die als erste berührt – mit dem feinfühlig gesungenem Antikriegslied „Where Have All The Flowers Gone“ von Joan Baez. Im zweiten Teil gelingt es vor allem Thorsten Gary mit seiner speziellen Stimme, für Gänsehaut zu sorgen. Nach einem Geigensolo singt er gefühlvoll das englische Traditional „Scarborough Fair“ oder den Solo-Hit von Garfunkel „Bright Eyes“. Auch das legendäre „Bridge Over Troubled Water“, bei dem das Publikum mitsingt, erklingt mit malerischer Klangfülle. Und natürlich „The Sound Of Silence“ zum Schluss, das mit viel Kraft und Lyrik ein behagliches Kribbeln hinterlässt. Nur mit Gitarre, die das Duo exzellent beherrscht, erklingen Lieder wie „The Boxer“, mit vorheriger Übersetzung Balladen wie „Old Friends“. An diesem Abend wird gelacht, geträumt – und bei der Zugabe „Cecilia“ noch mal mitgeklatscht.

