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Bei den elf „Jazz-Schwestern“ werden Eigenkompositionen und Kosmetiktipps ausgetauscht.  Frommer
Bei den elf „Jazz-Schwestern“ werden Eigenkompositionen und Kosmetiktipps ausgetauscht. Frommer
24.02.2016

„Sisters in Jazz“ begeistern im ausverkauften „domicile“

Energiegeladene Spielfreude und ansteckende Heiterkeit: Beim Gastspiel der „Sisters in Jazz“, einer international besetzten Frauenband um die Ausnahme-Saxofonistin Nicole Johänntgen (35), sprang der Funke sofort über. Das Konzert in der ausverkauften Jazz-Lounge „domicile“ wird den Musikerinnen wie dem Pforzheimer Publikum als Sternstunde in lebhafter Erinnerung bleiben.

Getragen vom Zischen der Schlagzeug-Becken, entwickelt sich aus einem eher sphärischen Intro ansatzlos ein ungemein voller, raumgreifender Sound, der zum Wegbereiter für das Saxofon von Johänntgen (Saarland) wird. Das von Naoko Sakata (Japan) kraftvoll gespielte Piano kommt hinzu, und zu den Saxofon-Passagen gesellen sich Geige und Gesang von Ingrid Hagel (Estland).

Vibrafonistin Izabella Effenberg (Polen) versichert freudestrahlend: „Das ist die lustigste Band, in der ich je gespielt habe. Wir sprechen elf Sprachen und zig Dialekte und tauschen Kosmetiktipps aus der ganzen Welt aus.“ Jede der jungen Musikerinnen komponiert – und von jeder ist mindestens ein Titel im Tournee-Repertoire.

Musikalisches Donnerwetter

„Herr Doktor“ hat Izabella Effenberg einen Titel genannt, den sie ihrem Handchirurgen gewidmet hat. Der beginnt mit filigranen Pizzicati von Violinistin Ingrid Hagel und dem gezupften Kontrabass von Federica Michisanti (Italien). Das lebhafte Vibrafon-Spiel übernimmt, unterstützt vom Piano, und wird vom Schlagzeug Dorota Piotrowskas (Polen) kräftig befeuert.

Ein weiterer Höhepunkt folgt mit Johänntgens energiegeladener Komposition „Thunderstorm“, was sie mit „Donnerwetter, auf Tournee auch schon mal Dönerwetter“ übersetzt und am entfesselt gespielten Saxofon auch feurig interpretiert.

Nach der Pause bestimmt der Dialog von Vibrafon und Piano beim Titel „Awakening“ von Sakata zunächst alleine das Bühnengeschehen. Bei den Kompositionen „Lost In Translation“ von Piotrowska und „Hello“ sind jedoch wieder alle „Sisters in Jazz“ an Bord.

Der Auftritt im „domicile“ endet mit einem vom Tsunami inspirierten Titel Sakatas, zwei Zugaben und viel Applaus. Und Hausherr Axel Klauschke hatte sich angesichts des ausverkauften Saals längst humorig festgelegt: „Ich mach jetzt nur noch Konzerte mit Frauenbands.“