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Die Neuen zum Spielzeitende: Chefdramaturg Peter Oppermann (links) und Oberspielleiter Hannes Hametner (hinten Mitte) mit den Ensemblemitgliedern und Gästen Bernhard Meindl, Mira Huber, Johanna Liebeneiner, Annett Kruschke, Clemens Ansorg, Sophie Lochmann, Susanne Schäfer, Lars Fabian und Heidrun Schweda (von links).
Die Neuen zum Spielzeitende: Chefdramaturg Peter Oppermann (links) und Oberspielleiter Hannes Hametner (hinten Mitte) mit den Ensemblemitgliedern und Gästen Bernhard Meindl, Mira Huber, Johanna Liebeneiner, Annett Kruschke, Clemens Ansorg, Sophie Lochmann, Susanne Schäfer, Lars Fabian und Heidrun Schweda (von links).
27.06.2017

Starke Frauen am Stadttheater in Pforzheim

Pforzheim. Starke Frauen bestimmen den Spielzeitbeginn am Stadttheater: Mit den Premieren von „Die Frauen von Troja“ und „Angst essen Seele auf“ startet die Bühne nach den Ferien am 23 und 24. September in die neue Saison. Doch geprobt wird schon jetzt – mit einer ganzen Reihe neuer Ensemblemitglieder. Und wen wundert’s – überwiegend Frauen. Mit Steffi Baur aus Graz und Mira Huber, Absolventin der renommierten Falckenbergschule, treten zwei jungen Frauen in Pforzheim ihr erstes Engagement an.

Sophie Lochmann, in Stuttgart an der Hochschule ausgebildet, spielte unter anderem am Südthüringischen Staatstheater Meiningen, am Staatstheater Stuttgart, am Theater an der Ruhr Mülheim und in vielen Fernseh- und Filmrollen. Anne-Kathrin Lipps, bereits in „Frau Müller muss weg“ auf der Bühne zu erleben, wird auch als Theaterpädagogin tätig sein. Zudem werden zwei Gäste bei den „Troerinnen“ mitwirken: Heidrun Schweda als Chorführerin und Susanne Schäfer, die unter anderem am Schauspielhaus Hamburg mit Peter Zadek arbeitete, als Königin Hekabe.

Die beiden – so spezifischen – Rollen in „Angst essen Seele auf“ kann das Stadttheater „nicht aus eigener Kraft besetzen“, sagt Oberspielleiter Hannes Hametner, ebenfalls neu am Haus. Zwar hat er einen bereits festgelegten Spielplan vorgefunden, in die Vorsprechen und Neubesetzung der Stellen war der Regisseur jedoch intensiv eingebunden. Und so freut er sich besonders, mit Johanna Liebeneiner eine höchst renommierte Schauspielerin verpflichtet zu haben für die Rolle der Emmi, in der Brigitte Mira in der Fassbinder-Verfilmung von 1974 glänzte. Ihr zur Seite steht Puja Behbound in der Rolle des Ali.

Die männliche Verstärkung des Ensembles ist ebenfalls seine Mischung aus alten Hasen und jungen Darstellern: Clemens Ansorg, der am Mozarteum in Salzburg studierte, tritt in Pforzheim sein zweites Engagement an, während Bernhard Meindl allein sieben Jahre am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin engagiert war und Lars Fabian unter anderem am Theater Paderborn spielte.

Fredi Noël, Markus Löchner und Jens Peter bringen es gemeinsam auf 35 Jahre Engagement am Stadttheater – Tendenz steigend. Denn sie gehören mit Robert Besta, Konstanze Fischer und Katja Thiele weiterhin zum Schauspielensemble. Und haben – wie alle – jeweils fünf Produktionen in der neuen Spielzeit zu absolvieren. Stücke, die die ganze Bandbreite abdecken: von den Klassikern, wie Euripides’ Troerinnen-Stück und Kleists „Zerbrochenem Krug“ bis hin zu Revue („Comedian Harmonists II“) und Komödie („Feuerzangenbowle“).

Der Oberspielleiter selbst wird die Eröffnungspremiere inszenieren – „ein aktuelles Stück, das aufzeigt, wie salonfähig Kriege wieder geworden sind“, sagt er. Und dass die Menschheit „in 2500 Jahre nichts dazugelernt hat“. Denn das Schauspiel von Euripides in der Neudichtung von Walter Jens „betrifft uns angesichts des Kriegs in Syrien und Millionen von Flüchtlingen auch heute noch ganz direkt.“ Annett Kruschke, vielen aus der TV-Serie „Rote Rosen“ bekannt, wird das Fassbinder-Stück inszenieren, das im Podium Premiere hat.

Vier Wochen lang wird jetzt noch intensiv gearbeitet, ehe die langen Theaterferien anstehen.