Schutzsymbol für die Städtepartnerschaft Pforzheim-Irkutsk: die Skulptur „Inspiration“ von René Dantes. Foto: Moritz
Kultur
Symbol der Freundschaft: Skulptur von Künstler René Dantes soll Pforzheim-Platz in der Partnerstadt Irkut skzieren

Pforzheim. Anmutig steht sie da. Aus einem schmalen Sockel heraus streben zwei geschwungene Edelstahl-Elemente in die Höhe. Als würden sie sich umeinander drehen, nach oben hin engelsgleich geöffnet. Denn Offenheit, sagt René Dantes, der Schöpfer der Skulptur, sei gerade in diesen Zeiten immens wichtig. „Inspiration“ heißt seine Arbeit. „Als Quell und Ursprung für Ideen, Projekte – für etwas, aus dem man schöpfen kann“, erklärt der Bildhauer. Die 25 Kilo schwere „Inspiration“ geht jetzt auf Reisen, ihre zwei Elemente stehen für den Dialog der Partnerstädte Irkutsk und Pforzheim. „Ein Schutzsymbol für unsere Freundschaft“, so Dantes. Er hat das Werk entworfen, damit es bald den neuen Pforzheim-Platz schmückt, der im Herbst in der russischen 650.000-Einwohner-Stadt eröffnet werden soll.

Deswegen hat sich am Donnerstag im Atelier des Künstlers eine illustre Runde all jener eingefunden, die am Projekt beteiligt sind: Stephan Scholl, Vorstandsvorsitzender des Hauptgeldgebers Sparkasse Pforzheim Calw, die Städtepartnerschaftsbeauftragte Susanne Schreck, Katharina Leicht (Vorsitzende der deutsch-russischen Gesellschaft Pforzheim und Enzkreis), sowie die Spediteure Rolf Benzinger und Boris Horvat, die dafür sorgen, dass die „Inspiration“ schnell und sicher am Zielort ankommt – und am Donnerstag spontan beschließen, die Transportkosten zu übernehmen.

Initiative von Jugendlichen

Das Projekt geht zurück auf eine Idee Irkutsker Jugendlicher, wie Schreck erklärt. Auf einer Städtepartnerkonferenz im Juni 2017 sei ausgelotet worden, mit welchen Ideen man einen Ort der Begegnung, ein Symbol der seit 1989 existierenden Partnerschaft gestalten könnte: mit einem neuen Platz. Dann ging in den russischen Gremien alles vergleichsweise flott. Dantes fertigte vergangenen Sommer erste Entwürfe. Nachdem im Februar eine Architekten-Delegation aus Irkutsk in Pforzheim war, um die Planung der Skulptur und den Platz mit Dantes abzustimmen, legte er los. Gewünscht war ein Wahrzeichen, eine Plastik, die jener am hiesigen Gasometer ähnele. Nun ist sie da, „eine kleinere Version als Brückenschlag“, so Dantes. Mit Sockel wird sie etwa 4,50 Meter hoch sein.

„Irkutsk steckt großes Herzblut in dieses Projekt. Durch den Pforzheim-Platz wird die Partnerschaft zwischen Pforzheim und Irkutsk für die Bürgerschaft sowie die Besucher Irkutsks greifbar und durch die Skulptur auch weithin sichtbar“, begründet Scholl das Engagement der Sparkasse.

Haben sich fürs Partnerschaftsprojekt engagiert: Stephan Scholl, René Dantes, Rolf Benzinger, Susanne Schreck, Boris Horvat und Katharina Leicht (von links). Foto: Moritz

Die Eröffnung des Platzes ist am 15. Oktober geplant. Dazu ist neben Oberbürgermeister Peter Boch auch Ballettdirektor Guido Markowitz eingeladen, um ihn gemeinsam mit seiner Compagnie mit einzuweihen.

„Noch ist alles im Zeitplan. Aber die Corona-Pandemie macht uns Sorgen. Wir haben natürlich die Lage im Blick und sind in engem Austausch mit der Stadtverwaltung Irkutsk“, erklärt Schreck.

Der „Platz der Freundschaft zwischen den Städten Pforzheim und Irkutsk“ liegt an der Einfahrt zur historischen Innenstadt – dort, wo die Brücke über die 1000 Meter breite Angara führt. „Täglich fahren morgens Zehntausende Menschen über die Brücke auf den Platz zu“, beschreibt Leicht den künftigen Standort – unweit vom Rathaus und in der Nähe vieler internationaler Hotels.

Da dies auch ein Begegnungs- und Erholungsort für Familien sein soll, hatte sich die Delegation über Pforzheimer Spielplätze und Gestaltungselemente für Kinder informiert. Wie der leitende Architekt, Sergej Aleksandrow, erklärte, möchte man nicht nur Info-Tafeln aufstellen, sondern „Details wie Bänken, Behältern und kleineren Elementen für Kindern besondere Aufmerksamkeit schenken“ – die deutsche Seele solle auf diesem Platz spürbar sein.