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Spieglein, Spieglein: Sophie Lochmann (Dawn) und Susanne Schäfer (Cookie, von links). Haymann
Spieglein, Spieglein: Sophie Lochmann (Dawn) und Susanne Schäfer (Cookie, von links). Haymann
09.02.2019

Tragikomödie „Für immer schön“ von Noah Haidle feiert Premiere im Theater

Pforzheim. Es sei eine Hommage an das Leben und voller Vitalität. „Das Porträt einer Frau. Eines Lebens. Einer Reise“, sagt Oberspielleiter Hannes Hametner über das Stück „Für immer schön“. Die Premiere heute Abend im Theater Pforzheim ist bereits ausverkauft. Hametner ist für die Inszenierung verantwortlich.

Die Handlung: Cookie Close ist die geborene Kosmetikverkäuferin. Mit Rollkoffer zieht sie von Haus zu Haus, möchte Schönheit in die Welt bringen und damit ihren Beitrag leisten, die Welt (und die Menschen) zu verbessern. Von sich und ihrer Mission überzeugt, predigt sie die Schönheit des Menschen als Ebenbild Gottes. Doch Cookie kommt in die Jahre, die Verkaufsquote sinkt. Aber die „Mutter Courage der Vorstadt“ hält unbedingt am „American Dream“ fest: „Du hast es selbst in der Hand“ motiviert sie sich – und stolpert dabei ihrem Abgrund entgegen: „It’s Showtime!“

Der 1978 in Michigan geborene US-Dramatiker und Drehbuchautor Noah Haidle schrieb „Für immer schön“ 2017 als Hausautor am Theater Mannheim. Seine Werke werden weltweit aufgeführt. Hierzulande wurde Haidle 2009 mit „Mr. Marmalade“ bekannt. „Alles muss glänzen“ wählte die Zeitschrift „Theater heute“ zum besten ausländischen Stück 2015. Haidle arbeitet für Hollywood und Netflix. Derzeit ist er Autor der Fernsehserie „Kidding“ mit Jim Carrey in der Hauptrolle.

„Es ist ein Netflix-Format für die Bühne“, sagt Hametner über die in Pforzheim zu sehende Inszenierung. Der Stoff biete ein Tableau voll Vitalität und Existentialität. Pate stünden der „neuen erzählerischen Stimme aus Amerika“ Brecht, Beckett und die Cohen-Brüder.

Das zwischen Realismus, Seifenoper, Komödie und Groteske changierende Stück hinterfragt die Mechanismen des „American way of life“. Es bietet tolle Figuren und eine Paraderolle, die in Pforzheim Susanne Schäfer spielt. „Wir kennen das doch alle: Erfolgsdruck, sich immer wieder behaupten müssen, immer schneller sein als die anderen, schließlich auf jüngere Konkurrenz treffen…“, sagt Schäfer über als Cookie Close. Hinzu komme, dass sich Cookie noch mal verliebt, ein Kind bekommt und es weggeben muss. Am Schluss landet sie auf der Straße. Schäfer: „Eine sehr menschliche Geschichte, die uns alle bewegt. Aber auch eine kämpferische. Cookie hat Kampfgeist, den wir alle im Leben brauchen.“ pm