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Herbert Metzger ist im Alter von 92 Jahren verstorben.
Herbert Metzger ist im Alter von 92 Jahren verstorben.
14.11.2016

Trauer um den Dichter und Anthroposophen Herbert Metzger

Pforzheim. Eine wichtige Stimme im kulturellen und geistigen Leben dieser Stadt ist verstummt: Im Alter von 92 Jahre ist der Dichter, Autor, Philosoph und Anthroposoph Herbert Metzer Freitagnacht gestorben. Ein erfülltes Leben, das neben der Familie und der Tätigkeit als Zahnarzt vor allem der Literatur und Dichtung gewidmet war.

Denn es gab keine Zeit im Leben dieses feinen, sanften Mannes, in der er seine Gedanken nicht schriftlich festhielt, Tagebuch schrieb, an seinen literarischen Büchern arbeitete. Bis wenige Monate vor seinem Tod schrieb Herbert Metzger. Und er hinterlässt einen umfangreichen Nachlass, den seine Tochter Iris Caren von Württemberg nun aufbereiten, veröffentlichen und der Nachwelt erhalten will.

1924 in Eppingen geboren, war Herbert Metzger seit 1937 in Pforzheim beheimatet, wo er von 1955 bis 1989 seine Zahnarztpraxis führte. Wichtigen Lebensraum nahm das Studium philosophischen Werke von der Antike bis Neuzeit und die Begegnung mit dem Philosophen Karl Jaspers in Heidelberg ein. Seit 1978 veröffentlichte Metzger Lyrik und Prosa, philosophische und zeitkritische Essays. Sowie zehn Bücher, wie „Poetische Tagebücher“, den autobiografischen Roman „Unterwegs im Schicksalsraum Erde“ und zuletzt – wenige Wochen vor seinem 90. Geburtstag – den überarbeiteten Band „Vom Menschen und seinem Engel“ von 1991. Wichtige Werke waren die 1986 im Verlag Esslinger erschienenen poetischen Betrachtungen „Zeit-Klänge“ und die Lyriksammlung „Von Mensch zu Mensch“. Seit 1984 war der Autor kontinuierlich im Almanach deutschsprachiger Schriftstellerärzte vertreten – zuletzt in diesem Jahr.

Dabei wurde für den feingeistigen Schriftsteller, der stets einen liebevollen und lebenszugewandten Blick auf die menschliche Existenz warf, zunehmend das Alter, das Nahen des Todes zum Thema. Doch der bot für den Anthroposophen und Christen keinen Schrecken. „Sterblicher: Eine Weile noch. Im Erlebnislernenskleid – Dann ist deine Seele wieder frei“ ist in seinem Gedicht „Alters-Credo“ zu lesen.