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Immer wieder arbeitet der Pforzheimer Schauspieler Klaus Spürkel auch für den Hörfunk – wie hier im Freiburger Studio des SWR. Foto: Maier
Immer wieder arbeitet der Pforzheimer Schauspieler Klaus Spürkel auch für den Hörfunk – wie hier im Freiburger Studio des SWR. Foto: Maier
Durch den Stuttgarter „Tatort“ wird Spürkel (rechts) als Dr. Bernhard Kocher  zusammen mit Ernst Bienzle (Dietz-Werner Steck) bekannt. Foto: Schweigert
Durch den Stuttgarter „Tatort“ wird Spürkel (rechts) als Dr. Bernhard Kocher zusammen mit Ernst Bienzle (Dietz-Werner Steck) bekannt. Foto: Schweigert
21.07.2016

Trauer um einen Sohn der Stadt: Schauspieler Klaus Spürkel ist tot

Pforzheim/Riegel. Der beliebte Schauspieler Klaus Spürkel ist tot. Seine Jugend hat er in Pforzheim verbracht – und hier Spuren hinterlassen.

Der Schauspieler Klaus Spürkel ist in Pforzheim auf vielerlei Arten bekannt. Für manche als Mitschüler, der beim Theater vom Kepler-Gymnasium so engagiert mitmachte. Für andere als Sohn des Ärzteehepaares Spürkel, zu dem unzählige Pforzheimer ihre Kinder schickten. Oder – ganz öffentlich – als Schauspieler: im Stuttgarter Tatort als legendärer Gerichtsmediziner Dr. Bernhard Kocher, bei den „Fallers“ – und in weiteren Rollen. Nun ist Spürkel im Alter von 68 Jahren gestorben. Seine Herkunft, auch sein Aufwachsen in Pforzheim haben seine Karriere geprägt. Als Erstes: das Elternhaus. In Freiburg lernen sich Vater und Mutter kennen – sie Ärztin, er noch Medizinstudent. Hier wird im Jahr 1948 auch Klaus geboren. Einige Jahre später geht es nach Pforzheim, in die Heimat der Mutter.

Anekdotenreiche Zeit

Sohn eines Ärzteehepaares zu sein, das wird ihm später auch als „Tatort“-Mediziner helfen. Aber für sich selbst wählt Spürkel einen anderen Weg. 1954 wird er in der Weiherbergschule eingeschult, geht später aufs Kepler- und Hebel-Gymnasium – und denkt auch Jahrzehnte später noch daran. Die Erinnerung ist so wach, dass er auch 2003 bei seinem Auftritt im CongressCentrum Pforzheim den Abend noch gut mit Schulanekdoten bestreiten kann – und damals von „Lehrer-Originalen und Pauker-Marotten“ spricht, wie es in der damaligen Ausgabe der PZ heißt. Der Hang zur Darstellung ist ihm gegeben, das wird schnell klar.

Spürkel lernt sein Handwerk auf der Schauspielschule Bochum und steigt direkt an den großen Bühnen ein: Karlsruhe, Darmstadt oder – die Krönung – beim Thalia-Theater in Hamburg.

Aber irgendwann zieht es ihn zurück ins Breisgau. Dort gründet er die Kleinkunstbühne Kumedi, die er zusammen mit seiner Frau Elisabeth betreibt. Hier, in Riegel am Kaiserstuhl, hat sich in den vergangenen Monaten herumgesprochen, dass es Spürkel schlechter geht. Von zwei Krebserkrankungen gleichzeitig geschwächt, gibt er das Rauchen auf, an seiner Bühne ist er weiterhin mit Herzblut dabei – bis in diesen Monat hinein.

Wie geht es jetzt weiter mit seinem Projekt? „Ich hoffe, dass sich Wegbegleiter für die Zukunft der Kumedi engagieren“, sagt Manfred Klimanski, ein guter Freund und aktives Mitglied im Trägerverein. In Erinnerung behalten werden seine Breisgauer Freunde ihn als den lebensfrohen Schauspieler, der er war: „Er war ein großherziger und charmanter, ein neugieriger Mensch“, sagt Klimanski.

Auch in seinen Riegeler Programmen greift Spürkel ein Thema auf, das sich durch seine gesamte Karriere zieht: Baden und Schwaben. Er als Pforzheimer ist ja nah an der Grenze geboren, hat Ahnung von beidenVolksstämmen – und wird auch immer wieder als Schwabe gebucht. Mehr aus Professionalität denn aus Liebe. Denn Sprükel ist überzeugter Badener – „mit Leib und Seele“, wie er in einem Gespräch mit der „Badischen Zeitung“ verrät. Am Ende aber zählen solche Etiketten kaum. Was zählt, das sind die Erinnerungen an Spürkel. Und da gibt es einige – gerade auch in Pforzheim.

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