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Die Grabkapelle liegt inmitten des Hardtwalds.  Fotos: SSG 
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Überraschende Entdeckung: der Gedenkstein für Pudel Treu. 
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Luise Marie Elisabeth von Baden 

Ungewöhnlicher Fund bei Grabkapelle im Fasanengarten Karlsruhe

Ein geheimnisvoller Steinfund an der Grabkapelle hat sich als Gedenkmonument für den Lieblingshund der letzten badischen Großherzogin entpuppt. Die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg zeigen dieses anrührende Zeugnis der Beziehung der Großherzogin Luise zu ihrem Pudel Treu im Vorraum der Grabkapelle. Entdeckt hatte den Stein die „Historische Bürgerwehr Karlsruhe“, deren Mitglieder ehrenamtlich die Umgebung der Grabkapelle pflegen.

Schon 2006 waren die Mitglieder der Vereinigung bei Geländearbeiten an der Südseite der Kapelle auf einen halb in der Erde steckenden großen Steinbrocken gestoßen. Die Inschrift war nur schwach zu lesen: „Treu“ und in der Zeile darunter „1901–1917“. Woran erinnerte der Stein? Inzwischen ist der Stein gereinigt und restauriert. Und man weiß jetzt auch, welche Bedeutung das Fundstück hat: Bei der Recherche stieß der Kunsthistoriker Christian Katschmanowski auf den Lieblingshund der badischen Großherzogin Luise (1838–1923), einen schwarzen Großpudel namens Treu.„Dieser Fund erlaubt einen ungewöhnlichen Blick in das Leben der Großherzogin“ erklärt Geschäftsführer Schlösser-und-Gärten-Geschäftsführer Michael Hörrmann. Dem Lieblingshund einen Gedenkstein zu errichten, war keineswegs unüblich. Der Adel pflegte diese Sitte teilweise schon seit dem 17. Jahrhundert. Ein bekanntes Beispiel befindet sich in Potsdam. Der Preußenkönig Friedrich II. (1712–1786) ließ neben seiner Gruft insgesamt elf seiner berühmten Windspiele beisetzen. Als preußischer Prinzessin waren Großherzogin Luise die Hundegräber ihres Vorfahren in Sanssouci mit Sicherheit vertraut. Und auch ihr Neffe, Kaiser Wilhelm II. (1859–1941), widmete seinem Lieblingshund Erdmann einen eigenen Grabstein auf der Wilhelmshöhe in Kassel.

Großherzogin Luises Herz schlug für Pudel, und damit für eine Rasse, die um 1900 zu den Modehunden der vornehmen Welt zählte. Diesen Hunden wird besondere Loyalität zugeschrieben, sodass der Name Treu für Luises Hund sicher nicht zufällig gewählt war. Der schwarze Pudel war ihr ständiger Begleiter, in Karlsruhe als auch auf ihren häufigen Reisen. Im Generallandesarchiv Karlsruhe liegen Fotos von Treu, die ihn zusammen mit der Großherzogin unter anderem in St. Moritz, auf der Insel Mainau, in Baden-Baden und im Schlosspark von Rastatt-Favorite zeigen. Der Tod ihres treuen Begleiters im Jahr 1917 muss für die hochbetagte Luise ein schmerzlicher Verlust gewesen sein und das Grab des Hundes ihr ganz persönlicher Ort der Trauer.

Warum der Grabstein erst knapp 100 Jahre nach dem Tod des Hundes wieder aufgefunden wurde, bleibt rätselhaft. Zumindest in den ersten Jahren nach seiner Aufstellung muss der Stein gut sichtbar gewesen sein. Dennoch: Auch in den ältesten Publikationen zur Grabkapelle findet sich kein Hinweis darauf. Sicher ist jedoch, dass der Grabstein an die Grabkapelle gehört, wo er nun wieder die Treue des Hundes zu seiner Herrin Luise bezeugt. Seit dem 1. April ist der Stein im Vorraum des Mausoleums ausgestellt. Ab Frühjahr 2020 wird er in dem derzeit neukonzipierten Museumsraum des ehemaligen Wächterhäuschens der Kapelle präsentiert werden.