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Zwei, die sich gut verstehen: Pumuckl (Christian Schleinzer) und Ferdinand Dörfler (Meister Eder).  Mirgeler
Zwei, die sich gut verstehen: Pumuckl (Christian Schleinzer) und Ferdinand Dörfler (Meister Eder). Mirgeler
20.04.2018

Uraufführung des „Pumuckl“-Musicals in München mit viel Applaus gefeiert

München. Wer hat’s gesagt? „Alles, was sich reimt, ist gut“ oder „Iiiih, Käse, das ist ja verfaulte Milch!“. Kinder der 1970er- und 1980er-Jahre wissen, um wen es geht. Für alle anderen noch ein Spruch als Tipp: „Das ist Koboldsgesetz!“. Und? Vom Pumuckl stammen die Sprüche. Respektlos und voll verrückter Ideen stellt er das Leben des Schreinermeisters Eder auf den Kopf, zur Freude seiner Fans. Rauf und runter liefen die Hörspiele und die Fernsehserie früher. Doch dass der Pumuckl mit 56 Jahren immer noch quicklebendig ist, beweist er im Staatstheater am Gärtnerplatz in München. Dort wurde das gleichnamige Musical uraufgeführt.

Das Stück des Komponisten Franz Wittenbrink und der Autorin Anne X. Weber vereint viele bekannte Geschichten, treffsicher inszeniert von Nicole Claudia Weber: Wie der Kobold in Eders Werkstatt am Leimtopf kleben bleibt und sichtbar wird, wie er im gräflichen Schloss als Schlossgespenst „Pu von Muckl“ sein Unwesen treibt. Oder wie er beim Schlossermeister Schmitt einzieht und bei diesem einen Ehekrach auslöst, wenn er als unsichtbarer Geist Zuckerdose und Mütze versteckt.

Benjamin Oeser turnt als frecher Kobold mit dickem Bäuchlein unterm gelben Hemd über die Bühne. Eine anstrengende Rolle, die er wunderbar meistert – und er nimmt dabei auch eine besonders hohe Hürde. Es ist die hohe, schrille Stimme des Pumuckl, in den Hörspielen und im Fernsehen unnachahmlich gesprochen von Hans Clarin. Oeser imitiert ihn hervorragend zwischen den vielen frechen Liedern, die er singt. Fröhlich gibt der Rotschopf seine Reime zum Besten. „Pumuckl zwickt, total geschickt, bis alle Welt die Krise kriegt.“ Besonders gerne zwickt Pumuckl den Schreinermeister Eder, großartig gespielt und gesungen von dem Schauspieler und Bariton Ferdinand Dörfler. Auch er in großen Fußstapfen, war der Schauspieler Gustl Bayrhammer aus der TV-Serie doch für alle der Inbegriff des Meisters Eder. Besonders schön: das Bairisch des gebürtigen Münchners ist nicht gekünstelt, sondern echt, und so kann er herzhaft fluchen: „Kreizbirnbaumhollerstaudn“.

Mehr als zwei Stunden bairischer Pumuckl-Marathon mit schwungvoller Musik, viel Gelächter und Tumult – der Beifall am Ende auch für das Orchester unter der musikalischen Leitung von Andreas Kowalewitz ist sehr verdient. Cordula Dieckmann