Pforzheim. So schön kann Märchen sein: schwungvoll und spannend, heiter und fantasievoll, ein kleines bisschen lehrreich – und natürlich mit einem Happy End. Die Begeisterung der Premierenbesucher von „Urmel aus dem Eis“ im Theater Pforzheim ist an den Gesichtern abzulesen: strahlende Kinderaugen, lächelnde Erwachsene und jede Menge Applaus, der in ein gemeinsam gesungenes Lied mündet.
Warum sind alle so begeistert? Weil in den 90 Minuten Spieldauer keine Sekunde Langeweile aufkommt. Weil Regisseur Markus Löchner das bekannte Kinderbuch von Max Kruse aus den 1960er-Jahren in eine leicht verständliche Bühnenfassung gebracht hat. Und weil die mit witzigen Dialogen aufwartet, bei denen auch die Erwachsenen einiges zum Schmunzeln haben. Außerdem feiert der Text – ohne erhobenen Zeigefinger – Werte wie Freundschaft, Zusammenhalt und die Akzeptanz von Fremdem. Die Regie hält dabei eine schöne Balance zwischen aktionsreichen Szenen und leisen Tönen.
Und bringt Figuren auf die Bühne, die drolliger kaum sein könnten. Da ist der verschrobene Professor Tibatong (Bernhard Meindl), der mit dem Putzfimmel-Hausschwein Wutz (Samantha Fowler) auf der Insel Titiwu den Tieren das fehlerfreie Sprechen beibringen und dabei seinen Lebenstraum erfüllen will: endlich das Bindeglied zwischen Dinosaurier und Mensch zu entdecken.
Tatsächlich taucht das Urmel aus dem Eis auf, um den tierisch-menschlichen Gemischtwarenladen gehörig durcheinanderzuwirbeln. Anne-Kathrin Lipps ist ein Urmel zum Knuddeln mit einer Mimik, die Bände spricht. Ein grünes Tierchen, dem einfach keiner widerstehen kann, auch nicht die anfänglichen Zweifler, der Pinguin Ping (großartig: Nicolas Martin) und Wawa, der Waran (als frecher Punk: Selina Fröhlich). Denn wenn Gefahr droht, stehen alle zusammen: In einem aufregenden Versteckspiel mit allerlei Hindernissen bringen sie das Urmel vor dem schießwütigen König Pumponell (Thorsten Klein) in Sicherheit.

„Urmel aus dem Eis“ kommt in das Stadttheater Pforzheim
Und da gibt es auch optisch viel zu staunen: In der geheimnisvollen Höhle mit Monsterkrabbe wabert nicht nur ein höchst ungesundes Gas, sondern auch ein fantastisches Licht. Jörg Brombacher hat hier einen Hingucker geschaffen, der im schönen Kontrast zum Inselidyll samt Inselschule steht. Lustig und fantasievoll auch die Kostüme von Nicola Stahl.
Flotte Musik
Was dem Kinder-Musical zusätzlichen Schwung verleiht, ist die eingängige Musik von Matthias Freund: Da wird zu flotten Rhythmen getanzt (Choreographie: Janne Geest) und hübsch geträllert. Und die Lieder sind so eingängig, dass das Premierenpublikum zum Schluss problemlos mitsingen kann. Und weil’s so schön war, haben die jungen Besucher sicher auch jede Menge Spaß mit dem tollen „Urmel aus dem Eis“-Rätsel- und Malbuch, das mit Illustrationen von Melanie Kalkofen und Texten von Swantje Willems ebenfalls eine Eigenproduktion des Stadttheaters ist.
Weitere Termine: Familienvorstellungen sind am Sonntag, 1. Dezember, 11 Uhr und 13 Uhr, Samstag, 7. Dezember, 15 Uhr, Sonntag, 8. Dezember, 15 und 17 Uhr, Freitag, 13. Dezember, 18 Uhr, Sonntag, 22. Dezember, 11 Uhr, Donnerstag, 26. Dezember, 11 Uhr, Sonntag, 5. Januar, 11 Uhr, Montag, 6. Januar, 11 Uhr.
Infos zu Gruppenbestellungen für Kindergärten und Schulen bei Cynthia Lechner, Telefon (0 72 31) 39 29 69.



