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Der bekannte Koch Vincent Klink kennt Paris gut. Seine Eindrücke hat er in einem Buch festgehalten – und im Kulturhaus Osterfeld vorgestellt.  Roller
Der bekannte Koch Vincent Klink kennt Paris gut. Seine Eindrücke hat er in einem Buch festgehalten – und im Kulturhaus Osterfeld vorgestellt. Roller
15.12.2015

Vincent Klink stellt sein neues Buch vor: „Ein Bauch spaziert durch Paris“

Pforzheim. Kosmopolit, Genießer, Musiker und jetzt auch Literat – das alles ist Vincent Klink. Dabei ist sein Beruf doch eigentlich das Kochen, immerhin hat er einen Michelin-Stern und 16 Punkte im Gault Millau. Er ist bekannt aus dem Fernsehmagazin „ARD Buffet“ und führt mit der „Wielandshöhe“ in Stuttgart seit 1991 ein erfolgreiches Gourmetrestaurant.

Das Kochen ist für Klink aber nicht nur irgendein Beruf, sondern eine Berufung. Er stellt das Kulinarische neben das Politische, ordnet es in Zusammenhänge ein, zeigt, wie sich die Dinge entwickelt haben. Und so ist seine Lesung im Kulturhaus Osterfeld mehr als nur die Präsentation seines neuen Buches „Ein Bauch spaziert durch Paris“. Sie ist eine Hommage an eine Stadt, in der das hingebungsvolle Genießen einen besonderen Stellenwert hat.

Sein Buch ist kein schnöder Fremdenführer für Touristen, sondern will verständlich machen, warum der Franzose so ist und nicht anders. „Man lernt ein Volk in seinen Kneipen kennen und nicht in Museen“, weiß Klink, der schon oft in Paris gewesen ist.

Besonders die Kathedrale Notre-Dame de Paris mit ihrer charakteristischen Silhouette sei einen Besuch wert, zumal nur wenige Meter weiter der älteste Baum der Stadt steht, aus dem 17. Jahrhundert.

Wer genießt, übertreibt nicht

Wer weiter die Seine hinuntergehe, gelangt zum Eiffelturm, auf dessen zweiter Etage sich das Zwei-Sterne-Restaurant „Jules Verne“ von Alain Ducasse befindet. Pro Menü zahle man hier gut und gerne 100 Euro, abends mehr. „Wer sparen will, bleibt lieber daheim und legt sich in ein Aldi-Regal“, scherzt Klink, der sich beim Essen gerne an einem guten Wein erfreut. „Genießen lernen ist die beste Vorsorge gegen übertriebenes Trinken“, meint er. Schließlich habe er in Italien noch nie einen Betrunkenen gesehen – und auch in Frankreich nur sehr selten.

Die Stadt der Liebe sei Paris übrigens nicht, findet Klink, „in Pforzheim gibt es mindestens genauso viel Liebe“. Trotzdem sei Paris eine prächtige, kunstvolle Stadt voller Details, verantwortlich dafür sei vor allem Napoleon III. , der für einige Modernisierung gesorgt habe.

In seinen kleinen Geschichten schwärmt Klink mit viel Humor von der Schönheit der Hotelbars, erzählt von pittoresken Friedhöfen und von unbeschreiblichen Köstlichkeiten in den besten Lokalen der Stadt. Und wenn es ihm danach ist, nimmt er sein Bassflügelhorn in die Hand, um klangvollen Jazz zu spielen.

Vom renommierten Komponisten Patrick Bebelaar, mit dem er befreundet ist, am Piano begleitet, spannt er zu Stücken von Charlie Parker und Frank Sinatra immer wieder weite Melodiebögen aus und entlockt seinem Instrument effektvoll zarte, erdig klingende Töne.