nach oben
Rettung von zum Schein Verletzten aus „brennendem“ Zug in Tunnel: Dieser Übung stellten sich Helfer in Vaihingen.
Rettung von zum Schein Verletzten aus „brennendem“ Zug in Tunnel: Dieser Übung stellten sich Helfer in Vaihingen. © Holm Wolschendorf (LKZ)
Im August 2010 blieb im Vaihinger Tunnel ein ICE liegen. Die Klimaanlage fiel aus, vier Passagiere mussten nach stundenlangem Warten ärztlich versorgt werden. Nun gab es dort in der Nacht auf Sonntag eine groß angelegte Tunnelübung.
Im August 2010 blieb im Vaihinger Tunnel ein ICE liegen. Die Klimaanlage fiel aus, vier Passagiere mussten nach stundenlangem Warten ärztlich versorgt werden. Nun gab es dort in der Nacht auf Sonntag eine groß angelegte Tunnelübung. © dpa
27.10.2013

ICE brennt: Tunnelübung am Vaihinger Bahnhof

Vaihingen. Ein Hubschrauber kreist über dem Vaihinger Bahnhof, immer wieder sind Sirenen zu hören. Im Tunnel brennt ein ICE – allerdings nur für eine großangelegte Tunnelübung.

Die Katastrophenschutzübung „Subvento“ in der Nacht von Samstag auf Sonntag ist nach Angaben aus dem Landratsamt Ludwigsburg gut abgelaufen. Der Übungsaufgabe „Brennender ICE im Marksteintunnel“ mussten sich die Hilfs- und Rettungsorganisationen des Landkreises Ludwigsburg und darüber hinaus stellen.

Um 0 Uhr meldete der Lokführer des ICE aus dem Marksteintunnel den Brand des Zugbistros. Es entwickelte sich ein großangelegtes Szenario mit Einsatzkräften. Laut Thomas Korz, Kommandant der Vaihinger Feuerwehr und bei der nächtlichen Aktion vor Ort, wurden rund 150 betroffene „Schauspieler“, davon 20 zum Schein Verletzte, evakuiert, versorgt und betreut. Gleichzeitig wurde eine Löschwasserversorgung von der rund 2500 Meter entfernten Enz an die Einsatzstelle verlegt.

Eine besonders große Herausforderung stellte dabei laut Landratsamt die exponierte Lage der beiden Tunnelportale dar. Diese sind nur über enge Feldwege anzufahren. Neben den eigentlichen Feuerwehr- und Rettungsaufgaben mussten auch die Einheiten der Bundes- und Landespolizei umfangreiche Verkehrsregelungs- und Ordnungsmaßnahmen umsetzen. So waren am Ende nahezu 600 Einsatzkräfte im Einsatz.

Am 22. August 2010 war ein ICE mit 420 Passagieren an Bord im Pulverdinger Tunnel bei Vaihingen wegen eines Motorschadens liegengeblieben. Vier Fahrgäste mussten damals nach bis zu drei Stunden Wartezeit im Tunnel wegen Kreislaufproblemen ärztlich betreut werden – im Tunnel waren die Klimaanlagen ausgefallen. Mit der Tunnelübung sollen die Einsatzkräfte unter realen Bedingungen auf solche Ernstfälle vorbereitet werden. Die Auswertung der Übung läuft, die gewonnenen Erkenntnisse sollen in das Einsatzkonzept „Schienenunfälle im Landkreis Ludwigsburg“ eingepflegt werden.