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Syrer hält Pfeffer- für Mundspray und verletzt 17 Personen in der S5

Mühlacker. Es gibt Situationen, die klingen so abstrus als seien sie aus einer dieser schrägen, überdrehten Hollywood-Komödien. Und doch passiert so etwas auch mitten unter uns. So dachte zum Beispiel jemand am 3. August kurz nach 15 Uhr in der S-Bahn zwischen Pforzheim und Mühlacker, dass er eine Dose mit Mundspray gefunden habe. Am Ende wurden dadurch 17 Personen verletzt.

Anfangs hatte die Polizei einen 20-Jährigen als Übeltäter ausgemacht, der mitten im Waggon der S5 Pfefferspray versprüht und etliche Fahrgäste verletzt hatte. Im Zuge der Ermittlungen konnte der Tathergang durch die Bundespolizei rekonstruiert werden. Und da kam es dann zu einer kuriosen Überraschung.

Der Tatverdächtige aus Mühlacker gab bei seiner Vernehmung an, die stark abgeriebene Sprühdose in der Bahn aufgefunden und für ein Mundspray gehalten zu haben. Als er sich von der Funktionsfähigkeit überzeugen wollte, wurde der Reizstoff freigesetzt. Und in der Tat: Die Aussage des aus Syrien stammenden Mannes deckt sich mit dem Ergebnis der Ermittlungen. Hiernach kann also von einer vorsätzlichen Tat nicht ausgegangen werden.

Die Akte wurde zwischenzeitlich der Staatsanwaltschaft Karlsruhe/Zweigstelle Pforzheim wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung in 17 Fällen vorgelegt.