nach oben
Uwe Hück und die SPD sind sich in Sachen Gemeinderatswahl einig geworden. © Meyer
09.02.2019

Einigung perfekt: Hück und SPD machen bei der Kommunalwahl gemeinsame Sache

Der scheidende Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück wird bei der Kommunalwahl am 26. Mai für die Pforzheimer SPD und nicht mit einer eigenen Gemeinderatsliste antreten. „Es bricht eine Zeitenwende an. Aufbruch ist angesagt“, sagte Hück am späten Freitagabend der „Pforzheimer Zeitung“. So wie bisher könne es nicht weitergehen. Der 56-Jährige muss zwar heute Vormittag noch auf einer Mitgliederversammlung der Pforzheimer Sozialdemokraten nominiert werden. Seine Wahl gilt aber als sicher, zumal Hück auf Listenplatz eins nominiert werden soll. „Die Bürger von Pforzheim werden die Gewinner sein“, so Hück weiter.

Somit ist auch ein Parteiausschluss des SPD-Mitglieds Hück vom Tisch. Dieser wäre unausweichlich gewesen, hätte er bei den Kommunalwahlen – wie ursprünglich vorgesehen – eine eigene Liste aufgeboten. Sollte Hück heute nominiert und im Mai auch in den Gemeinderat gewählt werden, will er als Pforzheimer SPD-Landtagskandidat für die Landtagswahl 2021 ebenfalls seinen Hut in den Ring werfen. „Ich werde mit aller Kraft SPD-Landeschef Andreas Stoch unterstützen. Wir werden gemeinsam die Landtagswahl gewinnen“, ist Hück überzeugt.

Vorausgegangen waren in den vergangenen beiden Tagen intensive Gespräche zwischen ihm, Stoch und dem hiesigen Kreisvorstand. Mehrere prominente SPD-Politiker setzten sich für eine Einigung ein – darunter auch der frühere Bundesvorsitzende und Ex-Außenminister Sigmar Gabriel.

Warum aber nun doch die SPD, nachdem er eigentlich mit eigener Liste antreten wollte? „Die SPD hat versprochen, dass sie Pforzheim wieder groß und schön machen will“, sagte Hück. Landeschef Stoch habe auch zugesagt, dass das Land der Goldstadt mehr helfen wolle als in der Vergangenheit – sofern die SPD bei der nächsten Landtagswahl an die Regierung komme.

Interview: Uwe Hück über seinen Rücktritt und seine Pläne für Pforzheim

Hück machte sein Engagement für die SPD davon abhängig, ob die Partei zu einem Neustart bereit ist und nicht nur ihn, sondern auch weitere Mitstreiter, die er für seine eigene Liste vorgesehen hatte, nominiert. Dass es heute dazu kommen wird, ist sehr wahrscheinlich. Weder Hück noch die SPD können sich ein Scheitern erlauben. Drei weitere Hück-Vertraute sind für die 40-köpfige Liste vorgesehen. Dazu gehören Sami Erden auf Platz 5, Maxim Schein auf 21 und auf Listenplatz 29 Mathias Gürbüz.

Bereits im Vorfeld machte die Partei keinen Hehl daraus, dass man einen Rauswurf Hücks unbedingt vermeiden und eine Zusammenarbeit anstreben möchte. „Wir würden uns sehr freuen, wenn wir zusammenkämen“, sagte Pforzheims SPD-Kreisvorsitzende Annkathrin Wulff der PZ, als sich eine Kandidatur Hücks für die Sozialdemokraten abzeichnete. In Reihen der SPD verspricht man sich, dass der frühere Thaibox-Profi neue Wählerschichten anspricht.

Hück hatte am vergangenen Montag überraschend seinen Wechsel in die Pforzheimer Kommunalpolitik angekündigt und damit für bundesweites Aufsehen gesorgt. Er wolle Deutschlands Politik verändern und dabei ganz unten beginnen. Im Interview mit der „Pforzheimer Zeitung“ hatte er erklärt: „Wir müssen Arbeitsplätze schaffen und Pforzheim wieder positiv in die Schlagzeilen bringen. Die Bürger haben etwas Besseres verdient.“ Nach seiner Ankündigung, in die Pforzheimer Politik zu wechseln, habe er von vielen Seiten Zuspruch erhalten: „Die Leute wollen einen Macher, einen, der im Gemeinderat laut ist und Investoren nach Pforzheim holt“, sagte Hück bereits am Donnerstag der PZ.