nach oben
Auf den Spätherbst gekündigt ist der Mietvertrag für die Douglas-Filialen (hier die Niederlassung an der Leopoldstraße).
Auf den Spätherbst gekündigt ist der Mietvertrag für die Douglas-Filialen (hier die Niederlassung an der Leopoldstraße). © Meyer
16.03.2019

10 Pforzheimer Läden, Lokale und Leerstände - und was aus ihnen wird

Pforzheim. Manche Geschäfte und Lokale schließen in absehbarer Zeit, andere öffnen neu. Neue Leerstände könnten entstehen - an mehreren Stellen ziehen aber auch bald neue Mieter ein. Die PZ bietet den Überblick über die aktuellen Entwicklungen bei Läden, Lokalen und Leerständen.

Neues Restaurant I: Aus dem ehemaligen Betten-Weik – einem ehemaligen Traditionshaus mit über 100-jähriger Familiengeschichte an der Deimlingstraße wird demnächst „Wok on fire“. In Ludwigsburg ist das der absolut angesagte Food-Laden, Schlangen von Gästen bis auf die Straße, gerade zur Mittagszeit. Geschäftstüchtige Aramäer, die mit einem 40-Quadratmeter-Laden begannen, wollen – so lassen sie es die Kundschaft in spe wissen – „im Frühjahr“ eröffnen. Also bald.

Neues Restaurant II: Das hört man auch aus Kreisen der „Neo Greek Grill Bar“ am Marktplatz, eine vom Publikum sehr gut angenommenen Location und mit „L’Osteria“ und „Dean & David“ im „i-Dipfele“ – noch – ein Dreigestirn rund um den Marktplatz. Souflaki, Gyros & Co. gehen offenbar so gut, dass man Bedarf nach einer Schnell-Variante gesehen hat: an der Leopoldstraße zwischen dm-Drogeriemarkt und Bäckerei Katz. Noch sind die neuen Fensterrahmen und -scheiben verhängt, doch der neue Schriftzug des „Neo“-Ablegers „eat greek“ prangt schon mal über dem Glasvordach.

Leerstand I: Nachdem es sich abzeichnet, dass „Dean & David“ aus dem „i-Dipfele“-Pavillon zwischen C & A und Neuem Rathaus in die verwaiste Metzgerei Dietz ziehen wird (die PZ berichtete), richten sich die Augen in der Fußgängerzone auf die Lücke zwischen Brillen-Fielmann und dem Tabakladen. Betreffend die ehemalige Ladenfläche „Bonita“ sei man im Gespräch mit Interessenten, heißt es vom Eigentümer. „Leider konnten diese trotz moderater Mietpreisvorstellungen unsererseits noch nicht zum Abschluss gebracht werden.“ Generell sei die Nachfrage „sehr zurückhaltend, und die Prozesse sind sehr langwierig“.

Mieterwechsel I: Großer Beliebtheit erfreuen sich zwei Nischen-Anbieter der gehobenen Sorte: An der Bissingerstraße lässt man sich dort, wo früher Wibke Eberlein im „Platzhirsch“ Dirndl und Janker an Frau und Mann brachte, von Ina Geisser in ihrer Schokoladenmanufaktur „Pralinna“ handgemachte Pralinen servieren. Und an der Ecke Deimlingstraße/Emma-Jaeger-Straße gibt’s statt Zeitschriften und Lottoscheinen exquisiten Kaffee im „Caphe an der Enz“ bei einer ausgebildeten Kaffee-Sommelière, Thi Minh Dieu Nguyen.

Krankheitsbedingt geschlossen: Wer Pforzheim nicht nur aus dem Fenster seines fahrbaren Untersatzes sieht oder ausschließlich in der Innenstadt unterwegs ist, dem fällt – wie allen Fußgängern zwischen Nordstadt und City – ein weiterer Leerstand auf, der vordergründig nichts mit Gastronomie zu tun hat: Seit Monaten sind die Rollläden des Kiosks in der westlichen Bahnunterführung heruntergelassen. Passanten fragen sich in Ermangelung eines erklärenden Aushangs: Ist der Kiosk geschlossen, wie seit Jahren das Pendant in der östlichen Bahnunterführung am Aufgang zur Lindenstraße beziehungsweise hinaus zum Schloßkirchenpark? Eine Anfrage bei der Stadt ergibt, dass sich am Pachtverhältnis in der westlichen Unterführung nichts geändert habe. Das Gebäudemanagement stehe mit dem Pächter in Kontakt – doch der sei „nach wie vor erkrankt und hat noch keine Aushilfe gefunden“, so der städtische Pressesprecher Philip Mukherjee.

Mieterwechsel II: Eine der wirklich guten gastronomischen Anlaufstellen in den Hoch-Zeiten der Schmuckindustrie war in der einstmals ersten Adresse am Platz, dem „Hotel Ruf“ gegenüber dem Hauptbahnhof, das „Schüttelfass“ mit seiner Fensterfront hinüber zum Schloßberg, von der Location her ein Sahnestückchen der Goldstadt-Gastronomie. Lang ist’s her. Nach PZ-Informationen wird bereits umgebaut, um dort – nach Fernöstlich und Indisch – eine europäische Küche zu etablieren. Näheres will ein maßgeblicher Geschäftsmann zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht preisgegeben – „Verschwiegenheitserklärung“. Nur so viel: Ohne Außengastronomie sei es sehr schwer, sich zu behaupten. Ein Problem, das – unter anderem – „Schlosskeller“-Besitzer Michael Ketterer für das Scheitern des Traditionslokals verantwortlich machte (die PZ berichtete).

Neue Vermietung: Am Freitag eröffnete im Glaskasten in der Passage zwischen zwischen Leopold- und Lammstraße "Nähen in der Box" - zur Freude von Sandra Pfältzer, Geschäftsführerin des Nähzentrums Günther. Man hat, da der Platz für Nähkurse im Laden bisher nicht ausreicht und die Nachfrage groß ist, den Glaskasten angemietet, in dem zuletzt Billig-Klamotten angeboten wurden: Workshops, Kurse – oder individuelle Anmietung für Events. Sandra Pfältzer erhofft sich dadurch ein „Ende des hässlichen Flecks“ und eine optische Aufwertung der Passage, die auch den dort ansässigen Läden zugute komme.

Leerstand II: Der direkte Nachbar, „Schuhmode am Leo“, ist gottfroh, dass man diesen Standort gefunden hat – nach dem Auszug aus der zweigeschossigen Immobilie am Leopoldplatz unterhalb des „Goldnen Adlers“. Offiziell, ausweislich der Homepage mit dem Produktportfolio, versucht zwar, Schaefer & Wunsch, die knapp 400 Quadratmeter Verkaufsfläche an den Mann zu bringen – doch beim Immobilienmanagement verweist man auf den Eigentümer, einen Geschäftsmann aus München, der das Heft der Vermietung nun selbst in die Hand genommen habe.

Nahender Leerstand - und ein neuer Standort: Ein paar Meter weiter: Konrad Maier, Vorsitzender der Meixner-Stiftung, bestätigt der PZ, dass die der Stiftung gehörende Douglas-Filiale an der Leopoldstraße 5 bereits mit Wirkung zum Spätjahr gekündigt sei (ein Makler sei mit der Nachvermietung beauftragt) – ebenso die zweite Douglas-Niederlassung am Leopoldplatz neben der Pregitzer-Apotheke. Die Immobilie hat zwar einen anderen Besitzer – aber Douglas, so Maier, werde sich im Zuge dieser „Paket-Lösung“ auf einen anderen Standort konzentrieren. Laut BNN-Berichten wird sich dieser in der Westlichen Karl-Friedrich-Straße 43 befinden. 

Neuer Mieter, neuer Name: Wie berichtet, steht eine Immobilie vor einer Wiederauferstehung: der ehemalige „Hopfenschlingel“ am Sedanplatz (der nicht mehr so heißen wird, weil die Nutzungsrechte am Namen Ende 2018 ausgelaufen sind).  Wenn alles glatt geht, sagt "Brauhaus"-Chef Wolfgang Scheidtweiler, könne der frühere „Hopfenschlingel“ zum 1. Mai öffnen.