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Anfangs gab es noch ein Nebeneinander von Bussen und Passanten: 1986 wurde die Fußgängerzone eingeweiht.
Anfangs gab es noch ein Nebeneinander von Bussen und Passanten: 1986 wurde die Fußgängerzone eingeweiht.
In den 1970er-Jahren rollte noch vierspurig der Verkehr durch die City – und die  Galeria Kaufhof hieß noch Horten. PZ-Archiv
In den 1970er-Jahren rollte noch vierspurig der Verkehr durch die City – und die Galeria Kaufhof hieß noch Horten. PZ-Archiv
Provisorium wie heute an der Zerrennerstraße: Pflanzkübel sperrten 1983 die Westliche für Autos – statt aus Cortenstahl waren sie aus dem Beton von Abwasserrohren.
Provisorium wie heute an der Zerrennerstraße: Pflanzkübel sperrten 1983 die Westliche für Autos – statt aus Cortenstahl waren sie aus dem Beton von Abwasserrohren.
Bei Veranstaltungen wie dem „Wirtschaftswunder“ ist die City ein gefragtes Pflaster. Nun steht abermals eine Erneuerung an.
Bei Veranstaltungen wie dem „Wirtschaftswunder“ ist die City ein gefragtes Pflaster. Nun steht abermals eine Erneuerung an.
20.01.2016

30 Jahre Fußgängerzone: Die Jubilarin ist in die Jahre gekommen

Pforzheim. Es sind historische Daten: 1986 – also vor 30 Jahren – ist Pforzheims autofreie Fußgängerzone eingeweiht worden. 2016 nimmt das Vorhaben Gestalt an, der City erneut eine Frischzellenkur zu verpassen.

In seiner letzten Sitzung im alten Jahr hat der Gemeinderat das 2,75 Millionen Euro teure Projekt auf den Weg gebracht. Zeit für einen Blick zurück und nach vorn.

Vergleichsweise nüchtern klingt der Text, der im vergangenen Sommer im EU-Amtsblatt erschienen ist – als sogenanntes Projektmemorandum zum wettbewerblichen Dialog für die Gesamtmaßnahme Pforzheim-Mitte: „Eine entscheidende Änderung erfuhr die Pforzheimer Innenstadt und das System der autogerechten Stadt mit der Bürgerbewegung ,Pro Fußgängerzone Innenstadt‘ seit den frühen 1980er-Jahren“, heißt es darin. Und weiter: „Die Pforzheimer Bevölkerung, der innerstädtische Handel, Kulturschaffende, Schulen und weitere setzten sich dabei mit rund 33 000 Unterschriften für die Schließung der Westlichen für den Verkehr und die Einrichtung einer großzügigen Fußgängerzone ein. Nach einem sechsmonatigen Probelauf wurde die Fußgängerzone 1986 schließlich eingerichtet, die Westliche von täglich 18 000 Kfz befreit.“

Hinter diesen Bestrebungen steckte seinerzeit die siebenköpfige Arbeitsgruppe Fußgängerwege (AGF): der inzwischen gestorbene Otto Fischer als Geschäftsführer des Einzelhandelsverbands, Fero Freymark, Vorsitzender des Kunst- und Kunstgewerbevereins, der frühere Stadtplaner und heutige SPD-Stadtrat Jens Kück, Ulla Schulze als Vorsitzende der Verbrauchergemeinschaft, Professor Karl Heinz Stocker, der inzwischen gestorbene Vorsitzende der Architektenkammer, der Landschaftsarchitekt Helmut Watter und Hermann Weidenbach, der ebenfalls bereits gestorbene Vorsitzende des Verkehrsvereins. Sie wussten weite Teile der Bevölkerung hinter sich.

Mit dem klaren Ja zur Aufwertung hat nun der Gemeinderat erneut Wegweisendes angestoßen. Dank einer Finanzspritze des Bundes für finanzschwache Kommunen muss die Stadt nur zehn Prozent der Gesamtkosten – also rund 275 000 Euro – aufbringen, wenn sie den straffen Zeitplan einhält.

Bis Ende Januar muss der Antrag dem Regierungspräsidium vorliegen. Dann gilt es, Detailpläne zu erarbeiten, Aufträge zu vergeben und alles vorzubereiten, damit 2018 erneut zu einem historischen Datum werden kann – als Jahr, in dem die komplett umgestaltete Pforzheimer Fußgängerzone fertiggestellt wurde.

Mehr lesen Sie am Donnerstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news

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