Fußballer des SV Kickers Pforzheim beim Training. Foto: Meyer
Pforzheim
Afrikanische Community in Pforzheim stark gewachsen
  • Marek Klimanski

Pforzheim. Pforzheims Stadtbild unterscheidet sich da kaum noch von französischen Städten. „Das ist ganz klar sichtbar“, sagt auch der aus Kamerun stammende Theologe Martin Ngnoubamdjum, als Bruder Martin seit Jahrzehnten stadtbekanntes Gesicht der Afrika-Präsenz in der Stadt.

Eine aktuelle Sonderauswertung der kommunalen Statistikstelle belegt die Zunahme. Die Zahl der in Pforzheim lebenden Bürger schwarzafrikanischer Staaten (also ohne Nordafrika) hat sich seit 2011 von 294 auf 630 Menschen mehr als verdoppelt. Das ist bislang kaum aufgefallen, weil die Statistik nach einzelnen Staaten geführt wird und dort nur aus Kamerun (170), Eritrea (110) und Nigeria (94) Bürger in nennenswerter Zahl erscheinen.

Hinzu kommen im Straßenbild oft Afrikaner aus dem Enzkreis – und natürlich Deutsche, Franzosen, Belgier oder andere EU-Bürger schwarzafrikanischer Herkunft, die ebenfalls in der Statistik nicht als Angehörige der afrikanischen Community erfasst werden. So wie die deutschen Staatsbürger Martin Ngnoubamdjum und Mononi Modaya, der 1989 als Flüchtling aus dem Kongo nach Pforzheim kam und seit 17 Jahren den Afroshop an der Schelmenturmstraße betreibt. Von den 630 Bürgern schwarzafrikanischer Staaten in Pforzheim leben 161 als Flüchtlinge in städtischen Unterkünften.

Es gibt indes auch eine größere Gruppe vorwiegend kamerunischer Studenten an der Hochschule. Den vielfach mit Sorge vermuteten Männerüberschuss auch bei schwarzafrikanischen Migranten gibt es so nicht; mit 319 Männern liegt der Anteil nur leicht über der Hälfte (50,6 Prozent).. Altersmäßig dominieren jüngere Leute: Weit mehr als die Hälfte ist noch keine 30 Jahre alt. Die Mehrzahl stammt aus christlich geprägten Ländern, es gibt aber auch viele Muslime. Bevorzugte Wohn-Stadtviertel sind die Nordstadt – wo sie aber weniger ins Gewicht fallen, weil es insgesamt der mit Abstand einwohnerstärkste Stadtteil ist –, aber auch Brötzingen, Weststadt, Südweststadt und Dillweißenstein

Zwischen dem überwiegend muslimischen Gambia und dem christlichen Eritrea etwa bestehen mindestens so viele Unterschiede kultureller, sprachlicher, kulinarischer, historischer Art wie zwischen Portugal und Lettland – die Entfernungen sind teils noch größer. Dennoch gibt es über die dunklere Hautfarbe Verbindendes über Ländergrenzen hinweg. Mehr lesen Sie am 15. September 2018 in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.