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Lamp Fall präsentiert Kleidung aus afrikanischen Stoffen.  Foto: Fux 
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Verknüpfen alte Rhythmen mit neuen Tönen – die Band Soleil Bantu brachte das Publikum zum Tanzen.  Foto: Fux 

Afrikanische Lebensfreude im Pforzheimer Enzauenpark

Pforzheim. Nicht nur das Wetter hat am Wochenende für den Eindruck gesorgt, dass der Pforzheimer Enzauenpark plötzlich auf einem anderen Kontinenten liegt – sondern auch das Afrika-Festival, das mittlerweile zum 18. Mal stattfand. Kunst, Musik, Mode, afrikanische Stände, aber auch die Kulinarik entführten auf den schwarzen Kontinent.

Pforzheim Afrika-Festival 04
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Afrika-Festival im Pforzheimer Enzauenpark

Afrikanische Masken, bunte Kleidung, Stoffe und Taschen faszinierten die Besucher auf dem bunten Basar mit seinen vielfältigen Ständen. Jeweils fünf bis sechs Stunden Zeit nahmen sich afrikanische Frauen, um lange geflochtene Haarsträhnen aus Kunsthaar mit den Kurzhaarschnitten einiger Besucherinnen effektvoll zu verbinden.

Afrikanische Kultur, Kunst, Musik, kulinarische Köstlichkeiten, darunter Couscous, Reis, Hühnchen, schwarze Bohnen, aber auch Hibiskus-Saft luden zum Probieren ein. Wichtig war aber auch der Glaube, den man beim ökumenischen Gottesdienst deutlich wahrnehmen konnte. Das besondere Rhythmusgefühl, die afrikanischen Geschichten, die Lieder und jede Menge Lebensfreude waren beim Festival ebenso deutlich spürbar. Dies wurde bereits bei der Eröffnung durch Bruder Martin deutlich. Spontan trat sein Sohn Martin (Percussions) gemeinsam mit Martin Pörschke und Martin Flasch an den Akustikgitarren auf.

Danach elektrisierten die pure Lebensfreude und der afrikanische Puls von Soleil Bantu die Festivalbesucher. Es dauerte nur ein paar Songs, bis der Funke übersprang und sich die Tanzfläche vor der Bühne füllte. Die Band um den aus Kamerun stammenden Wahl-Münchener Biboul Darouiche mischte die traditionelle Musik der Bantu auf mitreißende Weise mit Jazz, Soul und Funk – Musikrichtungen, die alle in afrikanischen Kulturen verwurzelt sind. Darouiche arbeitete schon mit Hochkarätern wie Roy Ayers, Al Di Meola, Pee Wee Ellis, Paquito D’Rivera und Kurtis Blow, als Percussionist wirkt er bei Klaus Doldingers Passport mit. Im Enzauenpark versprühten Soleil Bantu ausgelassene und zugleich entspannte Heiterkeit. Dazu erzählte Darouiche Geschichten von der jahrtausendealten Kultur der süd- und mittelafrikanischen Bantu-Völker. Die teils karibisch anmutenden Rhythmen rissen Jung und Alt von den Bierbänken und bescherte vielen Besuchern einen wunderschönen lauen Sommerabend.

Höhepunkt am Sonntag war die Modenschau, die Bruder Martins Tochter Christelle moderierte. Bunte Kleider zeigten die Farbenpracht des afrikanischen Kontinents. Zu sehen waren Alltagskleidung, Gewänder aus Waxstoffen, aber auch traditionelle Stücke, die bei Hochzeiten oder Beerdigungen getragen werden.

Hilfsorganisationen, wie die von Hannelore Nies-Ramminger machen auf ihre Arbeit aufmerksam. Bereits als Rentnerin absolvierte die Frau aus Königsbach-Stein in Kamerun ein Freiwilliges Soziales Jahr. Mit Projekten und Hilfe zur Selbsthilfe unterstützt sie dort die Arbeit. „Mein Herz ist in Afrika geblieben“, drückte sie das aus, was viele beim Afrika-Festival empfinden.