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Ein Polizeihund hat in Pforzheim einem aggressiven 20-Jährigen in die Wade gebissen - und zwar im dienstlichen Auftrag.

Aggressiver Wochenendstart: Jungen Syrer verprügelt - Polizeihund beißt zu

Pforzheim. Die Pforzheimer Polizeireviere mussten sich am Freitag und am Samstag gleich mit mehreren Körperverletzungsdelikten befassen. Mal wurde ein 14-jähriger Syrer von mehreren jungen Männern brutal geschlagen, mal trafen Tritte einen 26-jährigen Deutschen, mal mussten sich Türsteher wehren und in einem Fall erfüllte ein Polizeihund seine Pflicht, als er in die Wade eines deutschen Angreifers biss.

Ein 14-Jähriger gab gegenüber der Pforzheimer Polizei an, am Freitagnachmittag gegen 14 Uhr an der Pillauer Straße auf dem Haidach zwischen Kindergarten und Mixmarkt von einer Personengruppe angegangen worden zu sein. Zunächst hätten drei über 18 Jahre alte und vermutlich russischstämmigen Männer nach dem Alter des syrischen Jugendlichen gefragt, ihn bedroht und dann gemeinsam auf ihn eingeschlagen. Seine Verletzungen musste der Junge im Krankenhaus behandeln lassen.

Drei Türsteher und ein Mitarbeiter eines Clubs an der Bahnhofstraße sind am Freitagabend gegen 23.50 Uhr verletzt worden als sie nach eigenen Angaben von einer Personengruppe körperlich angegriffen wurden, die danach flüchtete. Anschließend konnten ein 19-jähriger Mazedonier und ein 27-jähriger Deutscher am Schulberg festgenommen werden, die im Verdacht stehen, an dem Angriff beteiligt gewesen zu sein.

Am Samstagmorgen sollen zwei Männer und eine Frau nach Besuch eines Clubs an der Westlichen Karl-Friedrich-Straße von einer vermutlich russischstämmigen Personengruppe angegangen worden sei. Als sich ein 26-jähriger angegriffener Deutscher zur Wehr setzte, stießen ihn die bislang unbekannten Männer zu Boden und traten auf ihn ein. Das Opfer musste mit Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Zwischen zwei Männern kam es am Freitag in einer Gaststätte an der Zähringerallee in der Nordstadt zunächst zu einem Streitgespräch und dann zu einer körperlichen Auseinandersetzung auf der Straße. Gäste folgten den Streithähnen und konnten diese schließlich auch voneinander trennen. Ein Zeuge zog sich dabei aber Verletzungen zu.

Ein an der Auseinandersetzung beteiligter 20-jähriger Deutscher wollte danach wieder in die Gaststätte, was ihm wegen seines aggressiven Auftretens verweigert wurde. Eine hinzugerufene Streife des Polizeireviers Pforzheim-Nord und ein Beamter der Polizeihundeführerstaffel konnten den 20-Jährigen vor der Bar feststellen und festnehmen. Der junge Mann leistete massiv Widerstand, indem er sich an einem Zaun festklammerte.

Als er schließlich davon gelöst werden konnte und sofort in seine Tasche griff, setzten die Polizisten Pfefferspray und den Diensthund ein. Der renitente junge Mann ließ sich aber auch nicht durch einen Biss in die Wade daran hindern, sich weiterhin aggressiv aufzuführen. Er wurde zur Behandlung seiner Verletzung in ein Krankenhaus eingeliefert. Anzeigen wegen Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte werden folgen.

Zu allen Vorfällen dauern die Ermittlungen noch an. Wegen der spärlichen Zeugenaussagen und wegen fehlender Personenbeschreibungen kann noch nicht gesagt werden, ob es sich bei der aggressiven Gruppe von vermutlich russischstämmigen Männern, die einmal einen Jugendlichen und einmal einen 26-Jährigen geschlagen und getreten haben, um die gleichen Täter handeln könnte.

Zeugen, die zu den Vorfällen Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich bei den Polizeirevieren Pforzheim Nord unter Telefon (07231) 186-3211 oder Pforzheim Süd unter Telefon (07231) 186-3311, zu melden.