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Am DRG-Stand herrscht am Samstagvormittag reger Andrang. 

Aktion für "Menschen in Not" auf dem Wochenmarkt in Pforzheim: Krautwickel gehen weg wie warme Semmeln

Pforzheim. Der Regen wirft trübes Licht auf den Markt. Der Turnplatz schimmert grau. Doch echte Marktbesucher lassen sich nicht vom Bummeln abhalten. Schließlich warten nicht nur die Beschicker rund um Marktsprecher Jörg Müller, die regelmäßig vor Ort sind, auf Kundschaft, sondern mittendrin auch die Mitglieder der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft (DRG). In den frühen Morgenstunden haben sie aufgebaut und schon vor acht Uhr die ersten der 4000 selbst gemachten Krautwickel verkauft. Mittendrin auch Vorsitzende Oana Krichbaum und ihre Stellvertreter Herbert Eiwen sowie Alfred Cioban waren überwältigt.

Aktiv als Teil der Gemeinschaft

„Wir möchten diese Tradition aufrecht erhalten“, sagt Herbert Eiwen. Als rumänischer Verein wolle man nicht nur für die Rumänen da sein, sondern für alle Pforzheimer. „Wir möchten Teil dieser Gemeinschaft sein , Teil von Pforzheim sein.“ Das sei schon immer der Grundgedanke der DRG gewesen und diesen wolle man auch weiterhin ausbauen. Eiwen freut sich, dass der Stand so gut besucht ist. Und zum Marktende, an dem Jörg Müller beim Abbau treu zur Seite steht, vermeldet die Vereinsspitze stolz: „Wir haben 2800 Euro in der Kasse. Nach Absprache mit den Mitglieder rundet die DRG auf 4000 Euro für „Menschen in Not“ auf.

2000 Krautwickel hat Sonia Knapp gespendet. „Sie ist Mitglied unserer Gesellschaft und hat mit einem ganzen Team gearbeitet.“ Die anderen 2000 Stück haben die Damen der DRG gekocht. „Vegetarisch und mit Fleisch.“ Jeder kocht die Krautwickel nach eigener Art. Grundsätzlich ist in den Krautwickeln Reis enthalten. „Das ist der Unterschied zur deutschen Kohlroulade.“ Weitere Zutaten sind gemischtes Hackfleisch, verschiedene Gewürze und Sauerkraut. Deshalb sei es gut ohne Brot zu essen. Allerdings bedarf es vorausschauender Planung, „Filderkraut ist viel zu fest. Das kann man nicht rollen. Es bedarf weichen, dünnen Krautblättern, die in Salz eingelegt und fermentiert werden“, erklärt Eiwen. So entstehe die Säure.

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Deutsch-Rumänische Gesellschaft verkauft Leckereien für "Menschen in Not"

Doch nicht nur Krauwickeln gingen über die Theke. „Die Gemüsepaste bieten wir jedes Jahr an. Das ist eine Spezialität und jeder schmeckt sie ein bisschen anders ab“, erklärt Krichbaum. Ein Klassiker sind die selbst gemachten Liköre, verschiedene Honigsorten, Plätzchen und Salzstangen Schüler eines Gymnasiums in Kronstadt haben ein Paket mit selbst gemachter Marmelade und wunschvoll gestalteten Weihnachtspostkarten nach Pforzheim geschickt. „Die Postkarten waren nach kürzester Zeit verkauft“, so die Vorsitzende weiter. Am Samstag Morgen kam gerade noch rechtzeitig ein Paket von Christian Macedonski, Stadtrat aus Kronstadt, mit Wurstspezialitäten und Schnaps.

Wunderschön gefertigt hat Alice Velea zahlreiche Weihnachtskugeln. „Seit vier Jahren kommt sie jedes Mal aus Rumänien, um uns mit Kunsthandwerk zu bedenken, das wir verkaufen können.“ In diesem Jahr hat Velea nicht nur die Kugeln gefertigt, sondern auch bemalte Sektflaschen mitgebracht. „Das spendet sie uns alles.“ Die Damen der hiesigen Gesellschaft haben auch wieder Kuchen gebacken. „Bei der letzten Aktion mit Krautwickeln wurde der Kuchen sehr gut verkauft“, so Krichbaum. Und so war der Kuchen schon lange vor Marktende ausverkauft.

„Wir werden auf jeden Fall die Aktion im nächsten Jahr wiederholen“, so Krichbaum und Eiwen. „In guter alter Tradition.“
Susanne Knöller

Susanne Knöller

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