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Der Kauf eines E-Autos ist für Anton Plass (rechts) bereits beschlossen. Beim Aktionstag im Pforzheimer EBZ kann er sich unter anderem über Lademöglichkeiten für zuhause informieren wie etwa eine „Wall-Box“, die Andreas Bognar (links) und Jochen Hüttler zeigen. Foto: Seibel
Der Kauf eines E-Autos ist für Anton Plass (rechts) bereits beschlossen. Beim Aktionstag im Pforzheimer EBZ kann er sich unter anderem über Lademöglichkeiten für zuhause informieren wie etwa eine „Wall-Box“, die Andreas Bognar (links) und Jochen Hüttler zeigen. Foto: Seibel
24.06.2018

Aktionstag zum Elektroauto: Carsharing im Fokus

Pforzheim. Einer, der nicht mehr davon überzeugt werden muss, dass Elektroautos eine wichtige Rolle in der Mobilität einnehmen, ist Anton Plass. Der Kauf eines solchen Fahrzeugs ist für ihn beschlossene Sache.

Dennoch gibt es einiges zu bedenken, weshalb der 84-Jährige den Aktionstag beim Energie- und Bauberatungszentrum (EBZ) besuchte.

Furcht vor Distanzen nehmen

Ein Schwerpunkt war das E-Carsharing, also das Teilen von Elektrofahrzeugen. Ein Mobilitätskonzept, das künftig an Bedeutung gewinnen wird. Auch für Plass, der das neue Auto in erster Linie für die Tochter anschafft, die damit zum Arbeitsplatz im Enzkreis pendeln soll, das ihm selbst aber auch zur Verfügung stehen wird. Genauso wie das konventionell angetriebene Auto, das für längere Strecken untereinander getauscht werden wird.

Um den Nutzern die Furcht vor eben diesen längeren Distanzen zu nehmen, wurde das Ladestellenkonzept der Stadtwerke Pforzheim (SWP) vorgestellt, die nicht nur im Stadtgebiet und der Region mit Ladesäulen vertreten sind, sondern über Kooperationen mit anderen Netzbetreibern in ganz Deutschland. Im Idealfall kann der E-Auto-Fahrer über eine Smartphone-App nicht nur die nächstgelegene „Tankstelle“ finden und in die Routenplanung einbeziehen, sondern ebenso auf dem Display Strom laden und bezahlen. Unabhängig davon kann jeder Autofahrer ohne Registrierung und mit direkter Bezahlung an jeder verfügbaren Säule laden.

„Sie bekommen eigentlich überall den Ladestrom, den Sie brauchen“, versicherte Andreas Bognar vom Stadtwerke-Partner „ib Company“ den Zuhörern eines Fachvortrags. Bei diesem ging es nicht nur um den Strom unterwegs, sondern auch zuhause. Jochen Hüttler (SWP) informierte über sogenannte Wall-Boxen, die in der heimischen Garage oder dem Carport installiert werden können und höhere Ströme als die herkömmliche Steckdose liefern.

In den großen Metropolen des Landes wird der Mix aus unterschiedlichen Fortbewegungsmitteln im Individualverkehr schon lange erfolgreich gelebt. Von der U-Bahn in den Bus, zwischendurch ein paar Kilometer mit einem der elektrischen Leihwagen, die überall am Straßenrand stehen oder dem E-Roller. Vielleicht auch mal mit dem Fahrrad, oder, wenn’s sein muss, mit dem eignen Auto, das trotzdem die meiste Zeit des Tages ungenutzt am Straßenrand steht und öffentlichen Raum blockiert. Mobilitäts-Offerten, auf die Bewohner im ländlichen Raum neidisch blicken, sind sie doch oft gezwungen, ein oder gar zwei Autos zu besitzen. In diese Lücke stößt die Frankfurter Firma mobileeee, die Elektrofahrzeuge für Carsharing abseits der Städte etablieren möchte.

Mit der Gemeinde Niefern-Öschelbronn wurde ein erster Partner gefunden. Derzeit wird die Ladesäule an der Hebelstraße installiert, an der ab Mitte Juli das Auto den Gemeindemitarbeitern und privaten Nutzern zur Verfügung stehen wird. Reservierung, Buchung und Abrechnung wird über die Smartphone-App funktionieren. Ziel der Frankfurter ist es, nach und nach weitere Gemeinden im Enzreis, aber auch andere „Hauptmieter“ zu finden.