So könnte der Alte Schlachthof nach seiner Umgestaltung mit neuen Gebäuden und einem gestalteten Außenraum aussehen.
Visualisierung Büro Löffler_Schmeling
Pforzheim
Alter Schlachthof in Pforzheim: Ein Ort wächst für die Gemeinschaft
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Pforzheim. Das Projekt Alter Schlachthof Pforzheim hat die Ideen der Genossenschaft Gewerbekultur Pforzheim eG gemeinsam mit dem Büro Löffler_Schmeling für Klimagerechte Architektur aus Karlsruhe bei einem Creative Walk vorgestellt. In dem zweistündigen Event wurde bei einem Rundgang an zehn Stationen die Vielfältigkeit gezeigt, wobei die Teilnehmenden auch selbst Interessensschwerpunkte bei dem Rundgang setzen konnten.

Einige Teilnehmende wollen zu einem Folgetermin wiederkommen, weil sie nicht alle Stationen in der Tiefe geschafft haben anzuschauen. Die laut Pressemitteilung der Veranstalter „inspirierende und interessante Veranstaltung“ hatte sie ermutigt, Freunde und Bekannte mitzubringen. Ein innovatives Projekt wie den Alten Schlachthof hatten viele Teilnehmende in Pforzheim nicht erwartet. Neben Wohninteressenten waren auch Gewerbetreibende und Atelierinteressenten vor Ort. Der Leitsatz der Genossenschaft ist Wohnen und Arbeiten und fördert Kunst und Kultur. Die Vision ist ein lebendiges Quartier.

Auf dem zwei Hektar großen Areal bleibt das Bestandsgebäude weitestgehend erhalten und wird umgenutzt mit Ateliers, Werkstätten, Gewerbeflächen und kulturellen Räumen. Neun Ateliers gibt es schon im ehemaligen Veterinärsamt und die Nachfrage ist größer als das Angebot, deshalb entstehen auch dank der Landesförderung Innovativ Wohnen weitere zehn Ateliers und Werkstätten. Die ersten sind ab Herbst 2025 zu vergeben und der Bewerbungs- und Vergabeprozess läuft aktuell schon.

Die interessierten Teilnehmer beim Creative Walk.
Genossenschaft

Seit 2019 hat sich der Alte Schlachthof Pforzheim bei unterschiedlichsten Formaten, wie Konzerten, Modenschauen, Filmvorführungen, Theater, Lesungen und Ausstellung, sowie zuletzt bereits zum 5. Mal bei der Schmuck+ als kultureller Hotspot etabliert und zieht dabei kunst- und kulturaffines Publikum weit über Pforzheim hinaus an.

Im Bestand soll es aber auch Wohnen auf dem Dach geben, das sogenannte Hallenwohnen mit Atelier- und Maisonettewohnungen und einem Zugang über den Dachgarten. Und auf dem Restareal sollen noch vier weitere Neubauten entstehen mit barrierefreien Wohnungen. Auch mindestens zehn Prozent sozial geförderte Mietwohnungen sind geplant, gern auch bis zu 50 Prozent aber die Quote ist abhängig von entsprechenden Fördergeldern, denn aktuell gibt es mehr Bewerbungen auf die Fördergelder und eine Garantie darauf gibt es leider nicht.

Die Vorteile beim genossenschaftlichen Wohnen sind lebenslanges Wohnrecht und stabile Mieten und, dass die Finanzierung durch günstige KfW-Kredite 20 bis 30 Prozent günstiger ist als ein Hausbau. Für den ersten Bauabschnitt sind drei Wohnhäuser mit 60 Wohneinheiten zu vergeben, 30 Menschen werden noch für die Mietwohnungen gesucht.

Baubeginn ist 2027 geplant und Einzug für 2028. Auf dem Rundgang erfährt man auch etwas zum Freiflächenkonzept mit Fassaden- und Dachbegrünung, Geno-Gärten, Abenteuerspielplatz, Amphitheater und Bouleplatz. Weiterhin ist eine Geno-Kantine für Menschen über das Quartier hinaus geplant und auch Gästewohnungen oder 200 Quadratmeter Gemeinschaftsfläche als „Quartiers-Wohnzimmer“ machen das ganze Projekt zu einem lebendigen Nachbarschaftsprojekt mit vielfältigen Mitgestaltungsmöglichkeiten.

Zwei weitere Rundgänge sind freitags am 25. Juli und 19. September jeweils um 18 Uhr geplant. Anmeldung unter kontakt@alter-schlachthof-pforzheim.de