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Einblick beim Sommerfest: Maria Heinz aus Pforzheim schaut sich mit ihren Kindern Erik (sechs Jahre), Ines (vier Jahre) und dem zweijährigen Henri bei den Hundezwingern um. Tilo Keller 
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Sie leiten die Geschicke des Tierheims und des Tierschutzvereins: Kristin Hinze und René Maier-Stadtaus mit Louis. 
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Ingrid Vetter und Angelika Rösch interessieren sich für Hundeleinen. 

Am Montag beginnen die Bauarbeiten: Tierheim bekommt mehr Parkplätze

Auf dem Gelände des Tierheims geht es rund: Wo sich gestern noch zahlreiche Besucher bei Infoständen über Tierrettung, Hunde-Schönheitssalons oder Tierbestattungen informierten, rollen am heutigen Montag die Bagger an. Einen Tag nach dem Sommerfest beginnen die Bauarbeiten an den neuen Parkplätzen, mit denen das Tierheim auf den wachsenden Parkdruck Hinter der Warte reagiert. Aus bislang zwölf Stellplätzen sollen dann laut René Maier-Stadtaus insgesamt 33 werden. „Wir wollen damit auch für die Nachbarschaft ein positives Signal setzen“, sagte der Vorsitzende des Tierschutzvereins, dem das Tierheim gehört.

Kosten gesenkt

Denn gerade von donnerstags bis samstags rollten viele Autos zum Gelände, was des öfteren zu Problemen führe. Mit den neuen Parkplätzen soll dieser Druck nun gemindert werden. Bis zum Abschluss der Bauarbeiten können Tierheim-Besucher laut Maier-Stadtaus auf dem Schotterparkplatz des benachbarten Campo Eden parken – für den Vorsitzenden ein weiteres Zeichen der mittlerweile „guten Nachbarschaft“.

Und auch bei der geplanten Quarantäne-Station geht es voran. Für den konkreten Bautermin stehe zwar noch eine wichtige Entscheidung der Vereinsmitglieder aus, sagte Maier-Stadtaus. Dennoch sei es zwischenzeitlich durch schlauere Lösungen bei gleichbleibender Qualität gelungen, die viel zu hohen Baukosten von 2,3 Millionen Euro auf 1,8 Millionen Euro zu drücken. „Die Zeichen stehen also gut, dass in absehbarer Zeit etwas passiert“, sagte Maier-Stadtaus und sieht dies als weiteres Signal, dass es beim Tierheim weitergeht. Denn zwischenzeitlich hatte bereits das Gerücht von einer Schließung die Runde gemacht, nachdem sich das Tierheim Anfang Juli aus der Bereitschaft zurückgezogen hatte und kurz darauf auch noch für vier Wochen ohne Telefon- und Internetverbindung dastand (PZ hat berichtet). Ein gerissenes Kabel war Schuld an der Misere, die nun zur Erleichterung von Tierheim-Leiterin Kristin Hinze Geschichte ist.

Gestern jedoch wollten sich die Menschen vor allem persönlich beim Tierheim umschauen. Bei bestem Wetter hat das Sommerfest nach Schätzungen von Hinze und Maier-Stadtaus wieder zwischen 1500 und 2000 Menschen auf das Gelände Hinter der Warte gezogen. Noch vor dem offiziellen Festbeginn stöberten Besucher beim Flohmarkt nach gebrauchten Hundekörbchen, Leinen oder Käfigen, gruschtelten nach Büchern oder Geschirr und sahen sich die Tiere in den Zwingern und Gehegen an.

Rund 60 Katzen und ebensoviele Hunde beherbergt das Tierheim laut Hinze derzeit. Während Katzen und Kleintiere sehr gut vermittelt werden könnten, sei dies bei Hunden ungleich schwieriger, erklärte die Tierheim-Leiterin. Als Grund nannte sie Vorbehalte beispielsweise gegen einen Maulkorb oder aber auch die Tatsache, dass Hundehaltung mit Arbeit verbunden sei. Das sei auch der Grund, warum die Vierbeiner oft im Tierheim landeten. „Denn mit Gassigehen alleine ist es nicht getan“, sagte auch Maier-Stadtaus. Er wünscht sich, dass sich Interessierte im Vorfeld der Anschaffung mehr Gedanken darüber machen, ob ein Hund in ihr Leben passe. So müsse beispielsweise ein Terrier viele spielerische Aufgaben bekommen, und ein Dobermann sei in einer Zweizimmer-Wohnung im 15. Stock völlig fehl am Platz. Genau so wie der Wildschwein-Eber, der derzeit im Tierheim beherbergt wird – obwohl Wildtiere dort laut Hinze nicht hingehören, aber immer wieder gebracht würden. Sie und Maier-Stadtaus wünschen sich daher, ein stärkeres Bewusstsein. „Das würde uns und der Tierwelt sehr helfen“, sagte er.

Nicola Arnet

Nicola Arnet

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