Pforzheim. Wann wird wohl ein etwa 1,80 bis 1,90 Meter großer, akzentfrei Deutsch sprechender Mann mit braunen Augen dingfest gemacht, der wegen eines Überfalls auf eine Tankstelle auf der Wilferdinger Höhe am vergangenen Montag mindestens fünf Jahre Haft riskierte - wegen einer lächerlichen Beute, die er von zwei Tankstellenmitarbeiterinnen gefordert hatte? Mit dem wenigen Geld in einer Plastiktasche war er geflüchtet. Man habe Hinweise auf zwei verdächtige Fahrzeuge erhalten, so Polizeisprecher Frank Otruba auf PZ-Anfrage.
Das Besondere an dem Fall: Bei der Maskierung handelte es sich nicht etwa um eine sonst übliche Sturmhaube, die nur die Augen freilässt. Auch nicht um einen über den Kopf gestülpten Nylonstrumpf, der die Gesichtszüge verzerrt. Auch nicht um eine von einem der Daudert-Räuber verwendeten Gesichtsmaske mit Totenkopf-Motiv. Sondern um ein Utensil, dem in Corona-Zeiten eine große, wenn auch nicht unumstrittene Bedeutung zukommt: einem Mundschutz, wie er im öffentlichen Raum, in Drogerie- und Supermärkten zum täglichen Erscheinungsbild gehört: Der Täter tarnte sich außer mit einer Wollmütze mit einem Mundschutz. Es sei im Bereich des Polizeipräsidiums Pforzheim der erste Überfall seit Ausbruch der Corona-Krise gewesen, so Otruba - logischerweise auch der erste mit einem Mundschutz als Maske.

